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Gute Gründe für den Krankenhaus-Erhalt in Bad
Die Schließung des Standortes Bad der
Klinikum Salzgitter GmbH ist ökonomisch risikoreich und vermeidbar. Den Zielen
des Landes Niedersachsen und der Stadt Salzgitter (Ausrichtung auf das neue
Gesundheitssystem bzw. Bettenabbau) ist mit der Zweihäusigkeit besser gedient,
warum?
- Drei große Firmen haben 2003 in Salzgitter Entlassungen vorgenommen und
Menschen in die Arbeitslosigkeit geschickt. Nun will der Rat der Stadt einen
der größten Arbeitgeber - das Haus am Berg in Salzgitter-Bad Ende 2007
schließen. Damit ist für die Bürger und Bürgerinnen im Süden der Stadt mit
seinem Umland die ortsnahe, klinische Versorgung gefährdet. Darüber hinaus
gehen ortsnahe Arbeitsplätze verloren.
- Salzgitter gehört zu den 10 günstigen Anbietern von stationären
Krankenhausleistungen in Niedersachsen
- Die bisherige Bettenanzahl in Salzgitter liegt unter dem
Landesdurchschnitt und damit günstig
- Der vom Sozialministerium geforderte Bettenabbau von mindestens 110 Betten
ist auch ohne die Schließung des Klinikums Salzgitter-Bad problemlos und
erheblich kostengünstiger umsetzbar
- Die durch den medizinischen Fortschritt erzielte kürzere Verweildauer im
Krankenhaus erfordert logischerweise weniger Betten. Die geplante
Bettenreduzierung führt aber nicht zwangsläufig zur Schließung eines Hauses.
Es wäre zur Aufrechterhaltung der Gesundheitsversorgung des südlichen
Stadtteils mit Umland geradezu grotesk, an anderer Stelle Steuergelder für
Neubauten von Betten im St. Elisabeth-Krankenhaus bzw. in der Klinik
Lebenstedt freizugeben.
- Durch die ab 2004 neu eingeführte Abrechnung nach Fallpauschalen - nicht
mehr nach Betten - wirkt sich jeder Patientenverlust direkt auf die
Wirtschaftlichkeit aus
- Das dem Ratsbeschluss zugrunde liegende Gutachten der Firma PWC geht in
zentralen Punkten von falschen Voraussetzungen aus. Der durch
die Schließung von der Krankenhausleitung angenommene Fallzahlverlust von
1.000 scheint zu gering angesetzt zu sein. Sollte es zu 2.000
Fallzahlverlusten kommen führt dies möglicherweise zur Insolvenz des gesamten
Klinikums. Weil eine rasche Neujustierung der Patientenzahlen nicht möglich
ist, sind betriebsbedingte Kündigungen schwerlich zu vermeiden.
- Der größten urologischen Abteilung Niedersachsens droht bei Umzug ein
zusätzlicher Fallzahlverlust, weil andere naheliegende Krankenhäuser im
urologischen Bereich aufrüsten; deshalb sollte die Abteilung in Salzgitter-Bad
bestehen bleiben.
- Die Notarztversorgung ist für das südliche Stadtgebiet nebst Umland für
ca. 60.000 Menschen nicht sichergestellt; zur Zeit gibt es eine kostengünstige
Versorgung durch das Krankenhaus in Salzgitter-Bad
- Der vorhandene Hubschrauberplatz in Salzgitter-Bad kann weiterhin genutzt
werden
- Die Sanierungskosten für beide Häuser - vorwiegend aber in Lebenstedt -
würden kostengünstiger ausfallen, als Neubauten und Umzug. Laut Aussage des
Oberbürgermeisters am 16.12.2003 kann die Stadt nur max. 8 Mio. € durch eine
weitere Kreditaufnahme finanzieren
- Das St. Elisabeth-Krankenhaus müßte seine Kapazitäten in etwa verdoppeln,
um die Versorgung im Süden sicherzustellen
- Eine unbewirtschaftete Krankenhausruine kostet der Stadt bis zu 1 Mio. €
jährlich, eine Nachnutzung ist fraglich
- Fördergelder vom Land fließen auch bei einer zweihäusigen
Umstrukturierung, wie sie in Gesprächen mit Vertretern des Sozialministerium
bereits 1995 detailliert aufgezeigt wurden. Die Behauptung "Fördergelder nur
bei Einhäusigkeit zu genehmigen", trifft nicht zu (Aussage des OB der Stadt am
16.12.2003)
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