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Salzgitter-Zeitung - 07.06.2003 - Leserbrief
Schließung in Bad nicht zu verantworten
Zu der Serie externer Untersuchungen und Gutachten ist nun
wieder einmal das Klinikum an der Reihe. Abgesehen davon, daß in dem Bericht nur
die schlechte Wirtschaftlichkeit, aber nicht die für die Bevölkerung
interessierten Ursachen dafür genannt werden, ist es für die Ärzte und alle dort
verantwortungsvoll Tätigen wenig hilfreich, immer wieder verunsichert zu werden.
Auch die zum Teil unentschlossene und zaghafte Haltung aus dem politischen
Bereich ist für die Bevölkerung nicht verständlich, ebensowenig der Versuch, die
Praktiken anderer Kommunen zu übernehmen: Die in Salzgitter bestehenden Fakten
sind maßgebend.
In meiner 32-jährigen Tätigkeit im entsprechenden Fachausschuß ist immer wieder
die Zusammenlegung von gleichen Abteilungen bzw. Schwerpunktbildung in den
einzelnen Häusern gefordert worden. Das ist hier geschehen durch die
Konzentration der Geburts-Gynäkologischen Abteilungen in Lebenstedt. Auch in der
Anästhesie gab es zwischen allen drei Häusern ein bewährtes Verbundsystem.
Weshalb können solche Maßnahmen nicht sinnvoll fortgeführt werden?
Wer wird bei Aufgabe des Hauses in Salzgitter-Bad für die vor kurzer Zeit noch
erfolgten erheblichen Investitionen bis hin zur Sanierung der OP-Räume
verantwortlich und haftbar gemacht? Welche "andere Nutzung" des Hauses in
Salzgitter-Bad ist vorgesehen? Ich erinnere nur an Karstadt.
Des weiteren müßten bei einer Konzentration in Lebenstedt dort allein im Bereich
der Inneren Medizin und der Urologie erhebliche Kosten aufgebracht werden: 40
Mio. € sind sicherlich nicht zu hochangesetzt. Wer hat das Geld dafür? Wer
möchte im übrigen verantworten, die weit über die Stadt hinauserfolgreich
arbeitende Urologie vom jetzigen Standort zu entfernen?
Eine Begründung für eine Zusammenlegung in Lebenstedt ergäbe sich allenfalls,
wenn das Haus in Bad nur unzureichend belegt wäre; das krasse Gegenteil ist aber
der Fall. Die Einhäusigkeit würde keinesfalls zu der ein-geredeten
Kostenersparnis führen, aber die medizinische Versorgung unserer Bevölkerung
erheblich verschlechtern.
Hermann Struck 38259 Salzgitter
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