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Salzgitter-Zeitung - 02.07.2003 - Leserbrief
"Urologie - die größte in Norddeutschland"
Zur beabsichtigten Schließung des Klinikums in
Salzgitter-Bad:
Mit großer Bestürzung habe ich gelesen, dass man beabsichtigt,
das Klinikum "Haus am Berg" in Salzgitter-Bad zu schließen. Es war und ist mir
unbegreiflich, wie man eine so renommierte Klinik schließen will, die eine so
große Akzeptanz in der Bevölkerung hat und auch noch schwarze Zahlen schreibt.
Zumal man mit der Schmerzambulanz und der Urologie über zwei hervorragende
Abteilungen als Standbeine verfügt, von denen andere Kliniken nur träumen.
Die Urologie ist die größte in Norddeutschland und genießt in Fachkreisen einen
sehr guten Ruf. 2001 konnte ich mich selbst, nach einer schweren Krebsoperation,
fünf Wochen lang von deren Qualität überzeugen. Das Gefühl, nur Kassenpatient zu
sein, hatte ich nie, denn die Ärzte, selbst der Chefarzt, nahmen sich Zeit,
ausführliche Gespräche zu führen.
Bei besonderen Anlässen wie Geburtstagen gibt es vom Pflegepersonal eine kleine
Aufmerksamkeit. Da ich das Pech hatte, meinen 40. Hochzeitstag dort verbringen
zu müssen, überraschten mich die Schwestern mit zwei Flaschen Pikkolo, Kaffee,
Kuchen, so konnte ich mit meiner Frau feierlich anstoßen.
Vor gar nicht so langer Zeit hat man in der SZ in einem großen Artikel die
Klinik noch über den grünen Klee gelobt und mit berechtigtem Stolz verkündet,
dass sie schwarze Zahlen schreibe. Heute will man der Bevölkerung weismachen,
dass die Klinik 442.000 Euro miese gemacht hätte. Zwei Jahre lang wurde dort
gebaut. Die Außenanlage wurde komplett erneuert, innen wurden neue Fahrstühle
installiert und vieles mehr. Hier kann sich jeder selbst seinen Reim darauf
machen. Dem Betriebsrat und der Belegschaft wünsche ich viel Erfolg im Kampf um
den Erhalt ihrer Arbeitsplätze und den Bestand des Klinikums.
Horst Sommerfeld, 38324 Kissenbrück
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