Nein zur Schließung, Ja zum Klinikum SZ-Bad

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Salzgitter-Zeitung - 20.09.2003 - Leserbrief

Rechnung der Verantwortlichen wird nicht aufgehen

Zur geplanten Schließung des Krankenhauses in Salzgitter-Bad

Die Schließung des Krankenhauses in Bad scheint ja nun beschlossene Sache zu sein. Leider sind sich die verantwortlichen Kommunalpolitiker und die Leitung des Krankenhauses nicht klar darüber, dass Ihre Rechnung nicht aufgehen wird. Die Stadtteile Salzgitters bilden ein ganzes - unsere Stadt. Dass der Zusammenhalt der großen Stadtteile Lebenstedt und Bad dennoch sehr eingeschränkt erkennbar ist, ist kein Geheimnis. Mir als Einwohner von Bad fehlt jegliche Affinität zu Lebenstedt. Nachfragen im Bekanntenkreis ergeben ein ähnliches Bild.

Die Zweifel an der "Übernahme" der Patienten aus Bad ins Krankenhaus Lebenstedt, von denen die derzeitige Leitung des Krankenhauses ausgeht, sind mehr als berechtigt. Als vor ca. 10 Jahren die BfG-Bank in Bad schloss, hatte man dort auch vermutet, dass die meisten Kunden den "anderen Stadtteil" aufsuchen würden. Vielleicht gibt es bei der jetzigen SEB Zahlen, wie viele Kunden man aus SZ-Bad heute noch hat. Das städtische Klinikum sollte sinnvollerweise nicht davon ausgehen, dass die Patienten des Krankenhauses in Bad nach Lebenstedt strömen.

Auch diese Annahme muss, zumal sie das wesentlichste Element der Überlegungen darstellt, mit der das ganze Vorhaben steht oder fällt, als unseriös angesehen werden. Meiner Einschätzung nach werden sich die Patienten nach außerhalb orientieren, etwa nach Braunschweig, Goslar oder Hildesheim. Ich kann nicht verstehen, warum man nicht gebotene Veränderungen, wie zum Beispiel die verstärkte Aktivität des Krankenhauses in Bad im ambulanten Bereich, in den Vordergrund stellt und damit offensiv mit der Situation umgeht, statt sich defensiv der Resignation anheim zu geben. Von einer quasi privat geführten GmbH hatte ich etwas anderes erwartet als die Verwaltung von Missständen. Das hätte die Stadt allein gekonnt.

Im übrigen missfällt mir die Rolle der Salzgitter-Zeitung mit dem Versuch "Meinung zu machen" sehr. Die abgegebenen Kommentare zeugen davon, dass sich der Schreiber - ebenso wie Unternehmensberatungen, die nur Zahlen verwerten - über die oben genannte Problematik keineswegs im Klaren ist.

Wolfgang Tödtmann, 38259 Salzgitter