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Salzgitter-Zeitung - 20.09.2003 - Leserbrief
Verwaltung und Politik haben zu wenig und zu spät
nachgedacht
Zu den Artikeln "Krankenhaus in Bad schließt 2007"
vom 12. und 13. September:
Analysiert man die Vorgehensweise von Verwaltung, Politik und
Presse, verstärkt sich Wut und Verdrossenheit. Allein die von der Presse am 12.
September gewählte Überschrift "Krankenhaus in Bad schließt 2007" und der
Kommentar vom 13. September lassen erkennen, dass sie nicht neutral informiert.
Die Berichterstattung erscheint um so grotesker, als sich die
SPD-Mehrheitsfraktion im Rat noch in der Findungsphase befindet, die CDU einen
Änderungsantrag einbringen will, die FDP erst die Alternativen behandelt wissen
will und das Land die Einhäusigkeit nicht vorschreibt sowie eine Kooperation mit
dem St. Elisabeth-Krankenhaus nicht behandelt worden ist. Anscheinend wird hier
das Pferd von hinten aufgezäumt.
Hoffentlich beharrt das Land - bevor es Finanzen zusagt - auf einem schlüssigen
und auch die Bürger überzeugenden Konzept, wozu auf alle Fälle auch die
Einbeziehung des Elisabeth-Krankenhauses gehört. Hier wird sich die Nachfrage
nämlich genauso erhöhen wie bei den umliegenden Häusern in Wolfenbüttel, Goslar
oder Seesen. Bereits jetzt wird nach-gedacht, weil Vertrauen, Image, ärztliche
Fähigkeiten und Erfahrungen eben für den Patienten von besonderer Wichtigkeit
sind.
Bevor das Elisabeth-Krankenhaus möglicherweise selber ausbaut und gleichzeitig
in Lebenstedt für den Ausbau neuer Bettenkapazitäten - etwa 78 - und für einen
Umzug 14 Millionen Euro aufgewendet werden, sollte die Nutzungsmöglichkeit des
Klinikums in Bad inklusive der Kooperationsmöglichkeit mit dem
Elisabeth-Krankenhaus ausdiskutiert werden; vielleicht bleiben dann einige
Abteilungen für die akute Gesundheitsversorgung in Bad.
Die meisten Bürger haben es satt, dass ihre Gesundheitsbedürfnisse
parteitaktischen Überlegungen unterliegen. Deshalb ist es mittlerweile auch
egal, ob es sich um ein städtisch - oder privatwirtschaftlich geführtes
Krankenhaus handelt; allein die Verhältnisse, die zu einer optimalen ärztlichen
Versorgung führen, stehen für den Bürger im Vordergrund.
Verwaltung und Politik haben bisher zu wenig und zu spät über Alternativen
nachgedacht und können demzufolge den Bürgern auch kein geeignetes Gesamtkonzept
vorstellen.
Fridwald Wellershoff, 38259 Salzgitter
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