Nein zur Schließung, Ja zum Klinikum SZ-Bad

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Salzgitter-Zeitung - 27.09.2003 - Leserbrief

Sind Politiker machtlos?

Zur Schließung des Krankenhauses in Salzgitter-Bad:

Ich möchte einmal die Frage stellen, ob unsere Politiker von der Geschäftsführung abhängig sind. Sie haben den Bürgern vor der Wahl versprochen, dass sie sich für sie einsetzen. Sind sie hier machtlos?

Als das Krankenhaus gebaut wurde, waren wir froh und glücklich und es wurde vielen Menschen geholfen. Ganz zu schweigen von den vielen neuen Investitionen. Ich wohne in der Nähe vom Krankenhaus und der Feuerwehr und höre mindestens zwei- bis dreimal am Tag den Rettungswagen vorbei fahren. Wie viele Autounfälle passieren, wo oft schnelle Hilfe mit Notoperationen nötig ist. Sind da zwei OP-Säle zu viel? Oder sind Strom und Wasser wichtiger als ein Menschenleben? Der Winter steht auch bald vor der Tür. Wie viele Knochenbrüche bringt er mit sich? Kreislaufversagen und Schlaganfälle sind auch keine Seltenheit.

Zum Lebenstedter Krankenhaus möchte ich noch folgendes sagen: Im vergangenen Jahr wurde mein Sohn mit Verdacht auf einen Herzinfarkt in das Lebenstedter Krankenhaus eingeliefert, weil es der kürzeste Weg vom VW-Werk Beddingen sein musste.

Er bekam kein Zimmer, sondern wurde auf den Flur abgeschoben. Nach mehreren Gesprächen mit dem Arzt wurde mir gesagt, auf dem Flur käme öfter ein Arzt vorbei. Um 22 Uhr hat er dann ein Zimmer bekommen. Über den Zustand möchte ich lieber schweigen. Soll diese Situation ein Normalzustand werden, wenn nicht genügend Zimmer vorhanden sind? Neben meinem Sohn lag eine Patientin auf dem Flur. Sie konnte die Toilette nicht aufsuchen, weil sie etwas abgelegen war. Die Personaltoilette, die direkt neben ihr war, durfte sie nicht benutzen. Sie bekam einen Eimer auf den Flur gestellt, den sie benutzen musste.

Allein aus diesem Grund würde ich nie freiwillig in das Lebenstedter Krankenhaus gehen.

Gertrud Flecks, 38259 Salzgitter