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Salzgitter-Zeitung - 30.09.2003 - Leserbrief
Sind Politiker die Herren über Leben und Tod?
Zur Bäder- und Krankenhausschließung:
Sind 332 Ertrinkungstote in diesem Sommer nicht genug?
Seit Jahren findet in Salzgitter mit Erfolg die Nichtschwimmer-Ausbildung statt.
Wenn wir zurückblicken, dann haben wir in den letzten Jahren weder im
Salzgittersee, noch in den städtischen Bädern Ertrinkungstote zu verzeichnen.
Sollten die Bäder Gebhardshagen und Thiede geschlossen werden und das Bad in
Lebenstedt alles auffangen, dann wird auch die Nichtschwimmer-Ausbildung
darunter leiden. Wie viel Platz ist dann noch vorhanden?
Aus unserer Sicht kein einziger Platz, weil die errechnete Zeit von einem
Wirtschaftsunternehmen nicht ausreicht, um eine effektive Ausbildung zu
betreiben. Was folgt daraus? Alles was unsere ältere Generation mal aufgebaut
hat, wird auf einmal zerstört. Wir kommen wieder dahin, wo wir vor Jahren waren,
als die Zahl der Ertrinkungstoten bei fast 1.000 Menschen im Jahr stand.
Ausbildungsbäder waren damals auch nicht vorhanden.
Nicht nur das. Jetzt geht man auch noch hin und schließt Krankenhäuser. Wo
bleibt dann die medizinische Versorgung? Müssen wir ein Leben, das wir zuvor
gerettet haben, wieder hergeben, nur weil Politiker meinen, die Herren über
Leben und Tod zu sein. Wird man jetzt gefragt, ob man arm oder reich ist? Wird
dann entschieden, ob man weiterleben darf?
Wie kann man ein Haus schließen, was fast schwarze Zahlen schreibt? Es ist für
uns nicht nachvollziehbar. Wir haben einmal die beste medizinische Versorgung in
Europa gehabt. Aber bald ist die Versorgung in den Entwicklungsländern besser
als bei uns.
Diethard Zenke, DLRG-Ortsgruppe Salzgitter-Bad
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