Nein zur Schließung, Ja zum Klinikum SZ-Bad

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Salzgitter-Zeitung - 23.10.2003 - Leserbrief

Organisationspanne oder Zeichen der Zukunft?

Zu Bürgerforum zum Thema Gesundheitsstrukturreform am Sonnabend, 18. Oktober 2003, im Hotel Ratskeller in Salzgitter-Bad:

Neues Abrechnungssystem der Krankenkassen, Fallpauschalen, Bettenabbau. Das Klinikum Salzgitter soll mit 100 Betten betroffen sein. Der Standort Bad des Klinikums soll gar, zum Unverständnis und Ärgernis vieler geschlossen werden. Wie reagiert die Gesellschafterin Stadt Salzgitter auf die neue Situation? Sind die uns bekannten Fakten nur die Spitze des Eisberges?

Diese und weitere Fragen zu klären und Informationen hierüber zu bekommen, war mein Ziel, als ich mich auf dem Weg zum angekündigten Bürgerforum in Salzgitter-Bad machte. Voller Zuversicht, Antworten auf meine Fragen zu bekommen und um vielleicht meine Ängste um die Zukunft der salzgitterschen Krankenhausversorgung zu nehmen, kam ich in den (noch?) zweitgrößten Stadtteil.

Doch dann traf mich fast der Schlag (nicht schlimm, die Krankenhausversorgung im Süden der Stadt stimmt ja noch...): Auf der Raumsuche des Bürgerforums stieß ich auf eine mehr oder weniger große Menschentraube, die versuchte, sich Eintritt in einen kleineren Ratskellersaal zu verschaffen: Hier wurden weder Autogramme noch irgendwelche Gratisproben verteilt; es war der Raum, in dem das Bürgerforum zur Gesundheitsstrukturreform stattfinden sollte.

Kleiner Raum, viele Interessenten. Viele Menschen mussten außerhalb des überfüllten Zimmers bleiben. Viele Menschen mit teils besorgten Gesichtern, deren Ängste um die Zukunft Salzgitters, des Salzgitteraner Klinikums Bad und um die eigene Gesundheit sicherlich genauso unter den Nägeln brannten wie mir.

Nach den Reaktionen der teils doch sehr aufgebrachten Bevölkerung in den letzten Wochen müsste es den Veranstaltern, der PWC und der Geschäftsführung des Klinikums doch eigentlich klar gewesen sein, dass sich viele Leute für ein solches Bürgerforum interessieren und auch erscheinen würden.

Bei mir stellt sich abschließend die Frage: Handelt es sich um ein organisatorisches Versehen, dass man nicht ausreichend Kapazitäten für die vielen Interessierten hatte, oder war es ein gewolltes Zeichen der Zukunft für die hiesige Krankenhausversorgung? Quasi als Vorgeschmack?

Dieter Blumberg, Heere