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zurück zur Übersicht Lesermeinungen Salzgitter-Zeitung - 06.12.2003 - Leserbrief Proteste gegen Schließung muten naiv an Angesichts der existentiellen Bedrohung des Gesamtklinikums Salzgitter muten die Aktivitäten gegen die Schließung des Hauses in Bad etwas naiv an. Leider sind die meisten Einwände und Vorschläge gekennzeichnet durch eine weitgehende Unkenntnis über die Zwänge, denen die Krankenhäuser ausgesetzt sind. Zur Rettung werden die Nutzung von Marktnischen und Umstrukturierungen vorgeschlagen. Diese Ideen wurden natürlich längst geprüft. Seit 1990 sind zahlreiche Versuche unternommen worden, durch Einrichtung neuer Abteilungen die Situation des Hauses zu bessern. Abteilungen für Neurologie/Psychiatrie, Kiefernchirurgie, für Geriatrische Rehabilitation, für physikalische Therapie und Rehabilitation, eine Augenklinik, ja sogar eine Abteilung für Naturheilverfahren sind ins Auge gefaßt worden. Alle diese Versuche verliefen trotz intensiver Bemühungen im Sande; ich kann es aus damaligem persönlichen Engagement bezeugen. Was man auch immer als neue Leistungen und Angebote plant: Das uns zugewiesene Gesamtbudget des Klinikums wird dadurch nicht größer, nur die Risiken nehmen zu. Es wird zudem von keiner Seite bestritten, daß durch das neue Abrechnungssystem DRG in Zukunft deutlich weniger Betten benötigt werden. Das kleinere Übel für die Zukunftsplanung des Klinikums in den letzten 10 Jahren – die Privatisierung – scheint nicht mehr realisierbar, denn größere Krankenhäuser als das unsere bieten sich inzwischen zu Spottpreisen an. Ein privates Unternehmen würde auch kein Skrupel haben, ein gefährdetes Haus aus wirtschaftlichen Gründen zu schließen. St. Elisabeth ist für mich ein sicherer Garant für die Versorgung der Stadtteilbevölkerung. Man möge sich bei den aktuellen Auseinandersetzungen auch an den schmerzhaften und sinnlosen Kampf anläßlich der Schließung der Gynäkologie am Städtischen Krankenhaus SZ-Bad vor zehn Jahren erinnern, deren Aufgaben durch die verbliebenen Einrichtungen ohne die geringsten Probleme kompensiert wurden. Für alle Bürger Salzgitters wird es durch die Erweiterung und Modernisierung des Standortes Lebenstedt eher zu einer Qualitätsverbesserung in der Krankenhausversorgung kommen. Das erscheint mir sicher. Der schwierige Prozeß wird nur gelingen, wenn alle Interessengruppen in der gesamten Stadt die Realitäten akzeptieren und sich auf dieser Basis durch konstruktive Zusammenarbeit dem beschlossenen Konzept stellen. Prof. Dr. med. P. Glogner, ehemaliger Chefarzt der Medizinischen Klinik u. ärztlicher Direktor des Krankenhauses Lebenstedt |