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Salzgitter-Zeitung - 20.04.2004 - Leserbrief
Diesem Leserbrief ist der Originaltext angefügt!
Der Lüge überführt
Zum Artikel "Salzgitter hat Zeichen der Zeit
erkannt" vom 17. April:
Da die Niedersächsische Gemeindeordnung (NGO) die Hürden für den Erfolg eines
Bürgerbegehrens sehr hoch ansetzt, mag dem einen oder anderen schon mal die Idee
kommen, dass nur noch physischer Druck auf die Verantwortlichen das Mittel der
Stunde sei. Allerdings scheint es sich im SZ-Artikel wohl eher um eine Freudsche
Fehlleistung zu handeln. Körperliche Gewalt wurde niemandem angedroht.
Man fragt sich allerdings schon, welchen Sinn die beschriebene Veranstaltung
hatte. Es ist die Rede von einer durch Oberbürgermeister und Geschäftsführung
der Klinikum GmbH kurz und bündig geschaffenen Diskussionsgrundlage. Ohne
Diskussion ist keine solche Grundlage nötig. Diese Diskussion wird seit etwa
einem Jahr und erst recht seit Bestehen des Ratsbeschlusses konsequent zu
unterbinden versucht. Basis des Ratsbeschlusses zur Schließung des Hauses in Bad
ist ein Gutachten, dass das Papier auf dem es geschrieben ist, nie wert war.
Die Verantwortlichen der Stadt hören jedoch nicht auf, Geld in weitere
fragwürdige Gutachten zu "investieren". Mittlerweile ist sogar der Bund der
Steuerzahler auf das Thema aufmerksam geworden.
Was im Artikel fehlte, waren Argumente, die mir die Schließung des Hauses in Bad
plausibel machen. Die Ministerin erweckt den Eindruck, nicht zu wissen, welches
Konzept der Arbeitskreis Bürgerbegehren erarbeitet hat. Sie weiß es nicht, weil
sie es nicht wissen will. Sie hat jedes Gespräch mit dem Arbeitskreis
schriftlich abgelehnt. Der einzige positive Effekt des Besuchs war der, dass
diejenigen, die gebetsmühlenartig die ausschließliche Förderung der
Umstrukturierung bei Einhäusigkeit beteuert haben, nun auch mit ministerieller
Bestätigung der Lüge überführt sind. Früher wäre so etwas ein Grund zum
Rücktritt gewesen.
Wolfgang Tödtmann, Salzgitter-Bad
Der nachfolgende Text von Herrn Tödtmann ist bei
der Salzgitter-Zeitung als Leserbrief eingereicht worden. Um aufzuzeigen, was
die Presse davon widergibt, wenn sich Bürger Sorgen um das Gemeinwohl machen,
sind im Originaltext, der dem AK BBK zugestellt wurde, die Pressestreichungen
gelb unterlegt.
Da die Niedersächsische Gemeindeordnung (NGO) die Hürden für
den Erfolg eines Bürgerbegehrens sehr hoch ansetzt, mag dem einen oder anderen
schon mal die Idee kommen, daß nur noch „physischer“ Druck auf die
Verantwortlichen das Mittel der Stunde sei. Allerdings scheint es sich im
Artikel der SZ
vom
17.04.04 wohl eher um eine Freudsche Fehlleistung zu handeln. Körperliche
Gewalt wurde niemandem angedroht.
Man fragt sich allerdings schon, welchen Sinn die beschriebene Veranstaltung
hat. Es ist die Rede von einer durch OB und GF der Klinikum GmbH kurz und bündig
geschaffenen Diskussionsgrundlage. Ohne Diskussion ist keine solche Grundlage
nötig. Diese Diskussion wird seit etwa einem Jahr
(Zitat
OB: Wir diskutieren das nicht öffentlich) und erst recht seit Bestehen
des Ratsbeschlusses konsequent zu unterbinden versucht. Basis des
Ratsbeschlusses zur Schließung des Hauses in Bad ist und bleibt ein Gutachten,
daß das Papier auf dem es geschrieben ist, nie wert war. Die Verantwortlichen
der Stadt, allen voran der OB hören jedoch nicht auf,
mehr und
mehr Geld in weitere fragwürdige Gutachten zu „investieren“.
Unser
Altbundeskanzler Schmidt polemisiert gegen solche Vorgehensweise mit dem Satz:
‚Wer keinen Sachverstand hat oder zu haben glaubt, bedient sich eines
Gutachtens’. Wie wahr. Aus welchem Grund nur, fragt man sich, fühlen sich
dieselben Leute berufen, sich zur Wahl zu stellen, um eine Kommune, ein Land
oder gar den Bund zu führen, wenn sie die Kompetenz dazu doch gar nicht haben?
Mittlerweile ist sogar der Bund der Steuerzahler auf das Thema Klinikum
Salzgitter aufmerksam geworden
und hat
der Stadtverwaltung Fragen gestellt, deren Beantwortung mit Spannung erwartet
werden darf.
Was im
besagten Artikel fehlte, waren Argumente, die mir die Schließung des
Hauses in Bad nun endlich plausibel machen.
Fehlanzeige. Die Ministerin erweckt den Eindruck, nicht zu wissen,
welches Konzept der Arbeitskreis Bürgerbegehren erarbeitet hat. Sie weiß es
nicht, weil sie es nicht wissen will,
nicht
etwa, weil sie niemand informiert hat. Sie hat jedwedes
Gespräch mit dem AK
mit dem
Hinweis auf „die Spielregeln“ schriftlich abgelehnt.
Die
Unterstützung unserer Kommunalpolitiker durch die Landespolitik bei der
Erzeugung von immer neuen Sprechblasen gleichen Inhalts ist nicht hilfreich. Zu
leicht entsteht dabei der Eindruck der durchgängigen Inkompetenz bis in höchste
Ebenen. Was aber soll man auch erwarten von einem Ministerium, in dem Gelder
nach undurchschaubaren Schemata von Leuten verteilt werden, die nebenbei in der
konkurrierenden Privatwirtschaft zusätzlich die Hand aufhalten und die man dann
in den Ruhestand schickt. Schmutz gehört eben unter den Teppich gekehrt. Sonst
könnte er wieder aufgewirbelt werden. Möglicherweise durch den hiesigen MdL,
wenn er im Begriff ist, sein Mäntelchen im Wind neu auszurichten - was ja häufig
der Fall ist.
Soweit H.
Eppers unter Hinweis auf den Zeitdruck keinen Raum für neue Konzepte sieht, ist
anzumerken, daß es nie zu spät ist, den richtigen Weg einzuschlagen und es zudem
vor dem 24.09.2003 versäumt wurde, nach praktikablen Alternativen zu suchen.
Der einzige positive Effekt des
Minister(innen)-Besuchs war
letztlich
der, daß diejenigen -
allen
voran der OB und die GF des Klinikums - die
seit
letztem Herbst gebetsmühlenartig die ausschließliche Förderung der
Umstrukturierung bei Einhäusigkeit beteuert haben, nun auch mit ministerieller
Bestätigung der Lüge überführt sind. Früher wäre so etwas ein Grund
zum
für einen
mutigen Rücktritt gewesen.
Nur Mut!
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