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Salzgitter-Zeitung - 04.05.2004 - Leserbrief
Badenser sollten nicht jammern
Zur schwierigen Situation Salzgitters und der
Konkurrenz der Stadtteile
Die Stadt ist seit Jahren pleite und muss sparen. Lieb gewordene
Einrichtungen werden geschlossen und Zuschüsse gestrichen. Parteipolitischer
Streit ändert daran nichts. Fraglich ist nur, ob diese wohl notwendigen
Maßnahmen gerecht unter den Stadtteilen behandelt werden. Als Thieder Bürgerin
bin ich verärgert über die Selbstverständlichkeit, mit der aus Salzgitter-Bad
erwartet wird, dass alles so bleibt, wie es ist. Immerhin ist mein Heimatort der
einzige Stadtteil in Salzgitter, der wächst. Aktuell hat Thiede fast 11 000
Einwohner.
Thiede verlor den Bücherbus - Bürger gründeten als Ersatz einen ehrenamtlichen
Bücherverein. Das Hallenfreibad sollte geschlossen werden - Bürger gründeten
einen ehrenamtlichen Trägerverein. Thiede hat keine Außenstelle der
Berufsfeuerwehr - Bürger sorgen in der ehrenamtlichen Freiwilligen Feuerwehr für
Sicherheit. Thiede hat kein Krankenhaus - die Bürger wollen auch keins. Thiede
soll die Verwaltungsstelle verlieren, obwohl die Entfernung zum Lebenstedter
Rathaus wesentlich weiter ist als die von Salzgitter-Bad dorthin - ist das
gerecht?
Statt immer nur zu jammern, sollten die stolzen Badenser endlich tätig werden.
Oder halten sie sich für Salzgitteraner 1. Klasse? Zwar kann ein Krankenhaus
nicht ehrenamtlich geführt werden, aber Bücherei, Feuerwehr und andere Dinge
müssen wir in diesen Zeiten selbst in die Hand nehmen. Denn die Stadt gehört
nicht der Verwaltung oder Parteien, sondern uns Bürgerinnen und
Bürgern.
Jeanine Gebert, 38239 Salzgitter
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