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Salzgitter-Zeitung - 06.05.2004 - Leserbrief

Recht und Pflicht der Bürger, den Mund aufzumachen

Zum Artikel "Der Zeit 10 Jahre voraus" in der Salzgitter-Zeitung vom 4. Mai:

Wenn der oberste Stadtplaner als das größte Problem unserer Heimatstadt das Schlechtreden der eigenen Stadt durch die Salzgitteraner selbst bezeichnet, dann ist das eine Anmaßung, die durch den Arbeitgeber dieses Architekten gemaßregelt werden muss. Schon der Bericht von der SZ hätte ja nicht veröffentlicht werden dürfen; Fakten sollten dann auch nur gedruckt werden, wenn sie im Rathaus jedem gefallen.

Bürgerinnen und Bürger reden gelegentlich so, wie sie das Leben in ihrer Heimatstadt sehen, ganz privat und persönlich. Und das eigene Leben und die Erlebnisse ordnen schon die Gedanken und lassen dem Herzen einmal Luft machen. Wenn dies nicht im Einklang steht mit den Sichtweisen der Politik und der Weisen des Rathauses, dann ist dies kein Problem der Bürgerinnen und Bürger.

Bürger dieser Stadt haben nach unserem demokratischen Selbstverständnis nicht nur das Recht, son-
dern auch die Pflicht, den Mund aufzumachen. Und deshalb gilt auch und gerade in Salzgitter: Man redet eine Stadt nicht schlecht, wenn man zuweilen die Un-Taten der Abgeordneten und der von ihnen beaufsichtigten Verwaltungsmitarbeiter kritisiert. Diese Kritik wird Herrn Klatt sicherlich nicht nahe gehen. Hingegen hat seine unerhörte Maßregelung mich tief gekränkt.

Eckbert Buchholz, 38259 Salzgitter

 

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