Nein zur Schließung, Ja zum Klinikum SZ-Bad

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Salzgitter-Zeitung - 18.09.2004 - Leserbrief

Warum kein Runder Tisch?

Zur Stellungnahme der Stadt (Klinikum - Arbeitskreis):

Bei der Diskussion um das Klinikum habe ich mich zuerst gefragt: Warum gibt es überhaupt Interessenten, die das Klinikum pachten oder kaufen wollen, wenn es doch
infolge der Gesundheitsreform nur ein Zusatzgeschäft sein kann? Antwort: Die privaten Gesellschaften sehen trotzdem Chancen, mit einer Strukturanpassung wenigstens eine schwarze Null zu schreiben. Die jetzige Klinikleitung sieht diese Chance offensichtlich nicht mehr.

Bleibt die Frage: Verkauf oder Verpachtung an eine Betreibergesellschaft gegen einen angemessenen Pachtzins? Vorteil Verkauf: Die Stadt ist alle Sorgen los, erzielt vielleicht einen guten Preis, obwohl nach meiner Kenntnis solche Spezialimmobilien nur schwer zu verkaufen sind, und die Stadt kann sicher auch darauf dringen, dass die Versorgung des südlichen Stadtgebiets gesichert bleibt.

Nachteil Verkauf: Gegen eine spätere Auslagerung von Fachdisziplinen zum Nachteil Salzgitters in eine benachbarte Stadt, in der der Käufer auch eine Klinik betreibt, oder bei einer Insolvenz des Käufers kann die Stadt wohl nichts machen. Die Verfügungsgewalt über die Gebäude liegt dann sicher beim Eigentümer.

Nachteil Verpachtung: Ich sehe keinen, denn die Mitarbeiter, das Inventar und die medizinischen Geräte gingen auch beim Verkauf auf den Käufer über, und der Wert der Geräte und des Inventars könnte beim Pachtzins berücksichtigt werden.

Auch wer die Kosten bei Reparaturen und Erneuerungen an Gebäudeteilen trägt, ist meines Erachtens Verhandlungssache. Bei einer möglichen Insolvenz bliebe der Stadt wenigstens die leere Hülle, wie Dr. Baier schreibt, denn dann wäre ja die Stadt wieder in der Pflicht für die Grund- und Regelversorgung, und sie hätte die Gebäude.

Vorteil Verpachtung: Keine Sorgen mehr um eine Leitung des Klinikums, eine stetige Pachteinnahme, und das Tafelsilber bliebe in der Hand Salzgitters. Mein Urteil also: Verpachtung, wobei auch auf eine gute medizinische Nutzung für das Haus m Bad geachtet werden soll - also keine Schließung in Bad!

Noch eine Bemerkung zur Homepageseite der Stadt: Auf ihr verwahrt sich der OB gegen die Behauptung, dass die Schließung von Bad durch manipulierte Zahlen untermauert würde, und weiter ist dort über den Arbeitskreis zu lesen: "Wer so argumentiere, (...) dokumentiere, dass elementare betriebswirtschaftlich Zusammenhänge nicht verstanden würden oder verstanden werden wollen." Also: Ich bin gern bereit, an einem Nachhilfeunterricht teilzunehmen, vielleicht an einem Runden Tisch? Das wäre doch Aufgabe der Verwaltung oder des Oberbürgermeisters: Die besorgten Bürger aufzuklären und gut durchdachte Vorschläge zumindest zu diskutieren!

Werner Knäbke, Salzgitter-Bad
 

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