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Salzgitter-Zeitung - 06.01.2005 - Leserbrief
Neuerungen in der Regel nicht durchdacht
Zum Artikel „Hausbesuche nur noch in Ausnahmefällen"
in der Salzgitter-Zeitung vom 31.12.2004:
Man darf sich im Bereich des Gesundheitswesens über nichts mehr wundem.
Ständig werden die Menschen mit neuen Regelungen konfrontiert, die meistens nur
zusätzliche Verunsicherungen und Belastungen zur Folge haben. Außerdem zeichnen
sich diese Neuerungen dadurch aus, dass sie in der Regel nicht richtig
durchdacht sind und sich deshalb in der Praxis als ungeeignet erweisen. So auch
die neue Notfalldienstregelung. Nehmen wir es vorweg: Diese
Notfalldienstregelung ist eine massive Verschlechterung des ärztlichen
Notfalldienstes.
Dabei kann die Zielvorgabe, durch eine Erweiterung der Notfalldienstgebiete die
Arztpraxen in der ländlichen Region zu entlasten, nicht ernst gemeint sein,
zumal diese in den Notfalldienst einbezogen werden; so werden Salzgitteraner
Patienten zum Beispiel nach Sehlde zum Notdienst gelangen müssen.
Das werden sie aber nicht tun, sondern sie werden den Notarzt rufen oder aber
direkt ins Krankenhaus fahren, denn sie können ohnehin nicht sicher sein, den
Notdienst-Arzt in Sehlde sofort zu erreichen.
Es wird sich also die gleiche Situation wieder einstellen, wie wir sie schon
1992 hatten, als die Krankenhäuser im Notfall von den Patienten direkt
aufgesucht wurden - auch in einer Vielzahl von Bagatellfällen. Damals konnte die
Kassenärztliche Vereinigung wegen fehlender Rufgeräte (!) den Notfalldienst
nicht optimal organisieren, so dass daraufhin die Leitstelle der Feuerwehr
zwischengeschaltet wurde.
Wer also den Plan zur Erweiterung der Notfalldienstgebiete entwickelt hat,
musste von wissen, dass dieses so nicht funktioniert!
Und wenn sich der für den Notfalldienst verantwortliche Kassenarzt schon jetzt
bei der Bevölkerung für die Akzeptanz der Neuerung bedankt, dann ist da wohl
mehr der Wunsch der Väter des Gedankens im Spiel und soll in erster Linie als
Appell verstanden Werden.
Hans-Joachim Nüsse, 38259 Salzgitter
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