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Salzgitter Zeitung - 20.06.2008 - Leserbrief

Essen am Klinikum: Geht die Skala nur bis 2?

Zum Artikel "Gute Zensur fürs Essen" (SZ vom 13. Juni).

Zunächst sei klargestellt, dass ich froh und glücklich darüber bin, dass uns das Klinikum an beiden Standorten bisher erhalten geblieben ist. Familienangehörige und ich selbst sind in der letzten Zeit öfter auf diese Einrichtung angewiesen gewesen. Dabei waren wir mit den ärztlichen und pflegerischen Leistungen immer sehr zufrieden. Nur beim Thema Essen haben wir keine so guten Erfahrungen gemacht.
Ich frage mich, wie die "repräsentative" Umfrage zustande gekommen ist, die zu einer Note von 1,8 (noch besser als im Vorjahr) geführt hat (oder geht die Skala nur bis 2?). Ich würde dem Geschäftsführer, Herrn Weinland, empfehlen, sich mal einem Selbstversuch zu unterziehen und nur eine Woche an den Mahlzeiten teilzunehmen. Ich wette, er würde - vorausgesetzt, er ist ehrlich - seine Meinung über das gute Essen revidieren.

Er könnte auch vergleichsweise das Essen im Klinikum Braunschweig probieren, um festzustellen, dass dort wirklich gutes Essen angeboten wird. Nur, dort ist das Klinikum noch städtisch und man ist in erster Linie den Bürgern und Patienten verpflichtet und nicht, wie bei uns in Salzgitter, den Aktionären der Rhön AG. Übrigens, die erwähnten Nudeln mit Tomatensoße sind eine Ausweichmöglichkeit, wenn man beispielsweise, wie diese Woche, nicht drei- bis viermal Putenfleisch (sehr phantasievoll) essen möchte.

Toll auch, dass jetzt die Brötchen nicht mehr mitgekühlt werden. Fragt sich nur, warum wird das nicht auch mit dem Brot zum Abendessen praktiziert? Sicher ist es nicht möglich, es allen recht zu machen, und es kann in einer Klinik nicht so wie zu Hause schmecken, aber eine gewisse Grundqualität sollte doch vorhanden sein. Dazu gehört auch, dass das Essen zumindest warm an das Krankenbett kommt und man auch das bekommt, was man am Vortag ausgewählt hat.

Meiner Meinung nach hat sich Herr Weinland keinen Gefallen damit getan, diese Thematik erneut in die Öffentlichkeit zu tragen.

Manfred Neubauer, Salzgitter-Bad

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