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Lage"
Ist das Haus am Berg für die Kongregation
interessant?
Von Fridwald Wellershoff - 21.12.2004
Es können ja nur schlechte Erfahrungen sein, die Oberbürgermeister H. Knebel,
die Geschäftsführerin B. Scharmach sowie Dr. Baier vom Referat
Beteiligungsgesellschaften mit den Gesprächspartnern der Kongregation der
Barmherzigen Schwestern gemacht haben. Wie kann es sonst sein, daß man jetzt den
neuen Partner Rhön AG "vorschiebt", um ein positives Ergebnis zur Nutzung des
Hauses am Berg zu erzielen? Und dieser vielleicht nach dem Motto vorgeht: "Vogel
friß oder stirb"?
Klar ist, daß man nicht zielgerichtet verhandeln kann, wenn man formal den
Zuschlag für das Klinikum noch nicht in der Tasche hat. Es hätten aber
Sondierungsgespräche mit der Kongregation vor dem 15.12. stattfinden können, um
herauszufinden, ob diese denn grundsätzlich an Verhandlungen interessiert ist.
Oberbürgermeister Knebel hätte sicher als "Schiedsrichter" zur Verfügung
gestanden.
Also, es klingt verdächtig nach Mißerfolg. Wie gern hätte sich der OB gegenüber
den Bürgern mit einer positiven Antwort bei der Beschlußfassung am Mittwoch, den
15.12. 2004 präsentiert, vielleicht hätten sich die Parteien auch noch schnell
"angehängt".
Am 19.03.2004 veröffentlichte die Stadt nachfolgenden Text aus dem
Kooperationsvertrag in der Presse:
"Ein lang gehegter Wunsch bei der stationären
Versorgung in Salzgitter hat sich erfüllt. Um den künftigen Herausforderungen
im Gesundheitswesen besser begegnen zu können, wurde jetzt zwischen den
Trägern der beiden Häuser, der Stadt Salzgitter und der Kongregation der
Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul eine
Kooperationsvereinbarung unterzeichnet."
(Siehe dazu auch Homepage des AK BBK unter Presseartikel 19.03.2004)
Da nun ein solches Sondierungsgespräch offensichtlich nicht stattgefunden hat -
zumindest konnte der Öffentlichkeit daraus nicht berichtet werden - muß um so
mehr bezweifelt werden, daß hier noch eine Lösung zu Gunsten der Bürger und
Patienten herauskommt. Die Rhön AG soll sicher den Kopf hinhalten und dem Bürger
später klarmachen, daß die Stadt ja alles versucht habe, es ihr aber - leider -
nicht gelungen ist - so einfach wird sich das Spiel entwickeln. Hat bis auf die
MBS keiner der Politiker diesen Schachzug der Verwaltung und Bridges erkannt
oder sitzen schon wieder alle im gleichen Boot?
Die Salzgitter-Woche berichtet am 13.12.2004 u. a.: An die Leitung des St.
Elisabeth-Krankenhauses gerichtet, formulierte Meder (Vorstand Rhön AG) eine
wahrhaft zukunftweisende Vision: "Wenn der Orden es möchte, werden wir das
Krankenhaus nach Kräften unterstützen. Es gibt dort kein CT-Gerät. Wir könnten
ein Gerät bereitstellen. Um eine umfassende Diagnose zu gewährleisten, muss man
natürlich über Radiologieärzte vor Ort verfügen. Man kann aber auch einen
anderen Weg gehen. Über eine Teleportallösung werden die Aufnahmen nach
Lebenstedt überspielt und dort wird dann auch von einem Ärzteteam eine saubere
Diagnose gestellt." Kann man sich nach diesen Detailkenntnissen vorstellen, daß
Herr Meder noch nie mit Verantwortlichen im St. Elisabeth-Krankenhaus gesprochen
hat?
Der Arbeitskreis hat sich um einen weiteren Termin bei der Kongregation bemüht
und wird versuchen, die neue Lage zu erörtern. Übernimmt die Kongregation das
Haus am Berg nicht, wird sie sich erweitern müssen, um zu "überleben". Sie wird
dazu aller Voraussicht nach die vom Land avisierten Fördermittel für eine
Erweiterung am jetzigen Standort verwenden.
Dann hat die Stadt ihr Haus am Berg schneller wieder zurück als ihr lieb ist.
Sie hat dann mit der Nutzungserklärung gegenüber seinen Bürgern sicher noch ein
größeres Problem. Und die Wahlen rücken für die Parteien immer näher.
Letztendlich wird man wieder nach Steuermittel schielen, mit denen man den
"Klotz am Bein" los wird.
PRESSEAUSSCHNITTE zur Erinnerung
06.06.2003 SZ-Zeitung
Partnersuche statt Schließung
"Datenlage sehr dünn"
Schade sei, dass nun die Chance der einmal angedachten Kooperation mit dem
St. Elisabeth-Krankenhaus in Bad verpasst sei. Auf diesem Wege hätte sich die
eine oder andere Abteilung dort anschließen können - inklusive Personal
(Steinhoff).
Die Kritik der Gewerkschaft Verdi setzt jedoch viel früher an. "Schon die
Datenlage des Gutachtens ist sehr dünn und enthält einige Ungereimtheiten",
beklagt Gewerkschaftssekretär Jens Havemann. Fraglich sei beispielsweise, ob
sämtliche Patienten aus Salzgitter-Bad tatsächlich nach Lebenstedt
rübergezogen würden - dies sei eine entscheidende Kalkulationsgrundlage des
Gutachtens.
Überhaupt vermisst Havemann bisher völlig eine Auseinandersetzung mit dem St.
Elisabeth-Krankenhaus. "Dass sich die Krankenhauslandschaft verändern muss,
ist klar, aber nötig ist ein Konzept, wie mit den drei Standorten hier eine
Akutversorgung der Patienten wirtschaftlich aufrechterhalten werden kann",
fordert Havemann und gibt zu bedenken: "Und was aus der Immobilie in
Salzgitter-Bad dann werden soll, darüber spricht auch niemand. Das wäre ja für
die Stadt ein enormer Kostenfaktor."
13.09.2003 SZ-Zeitung
SPD lehnt Privatisierung ab
Schneider hält zwar die "enge Kooperation" mit Kliniken in Braunschweig
oder dem St. Elisabeth-Krankenhaus in Bad für sinnvoll, einen Verkauf an
private Kran-kenhausträger lehnt er jedoch ab: "Bei privaten Betreibern ist
die Möglichkeit der Einflussnahme sehr gering, außerdem geht eine
Privatisierung immer zu Lasten des Personals."
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