|
zurück zur Übersicht "Meinungen zur
Lage"
Rückblick auf Presseveröffentlichungen
Von Fridwald Wellershoff - 31.12.2004
Die Lage der Klinikum Salzgitter GmbH zu Beginn des
Jahres 2003 schilderte die Geschäftsführerin Frau Scharmach der Öffentlichkeit
in 2 Presseberichten der Salzgitter-Zeitung vom 14.01.2003 unter der
Überschrift: „Schließung steht nicht zur Debatte“ und vom 26.01.2003 in der
Salzgitter-Woche unter der Überschrift: Insolvenz? Klinikum SZ: „Bösartige Behauptung“.
Nach diesen Aussagen ist der
Erhalt des Hauses am Berg in Salzgitter-Bad nicht in Frage zu stellen.
14.01.2003 SZ-Zeitung
- von Kerstin Loehr
Schließung steht nicht zur Debatte
........... Von einer Schließung des Standortes Salzgitter-Bad will die
Geschäftsführerin jedoch nichts wissen, im Gegenteil: In Salzgitter-Bad wird
investiert“, betont sie. Gerade sei der Operations-Trakt saniert worden, jetzt
stehe die Einweihung des neuen Blockheizkraftwerkes an.
„Der Kernprozeß stimmt, die Patienten sind zufrieden mit unserem Angebot“,
erläuterte Brigitte Scharmach und merkt an: „Die Standortfrage ist ein uraltes Thema, das
immer wieder mal aufgewärmt wird."
14.01.2003 SZ-Zeitung
- von Kerstin Loehr
St. Elisabeth-Krankenhaus - „Gut gerüstet“
........... Für den Patienten zählt die schnelle, gute und wohnortnahe
Versorgung - könnte das St. Elisabeth-Krankenhaus dies für den Süden allein
schaffen?
„Wir haben in dieser Frage seit jeher einen festen Standpunkt“, sagt
Verwaltungsleiter Hermann Ahting und erklärt: „Das St. Elisabeth-Krankenhaus hat
sich durch eine bauliche Sanierung für diese Aufgabe gut gerüstet und steht
einer weitergehenden Patientenversorgung offen gegenüber.“
So eine Veränderung müsse jedoch in Ruhe diskutiert werden und sei nicht von
heute auf morgen umzusetzen.
14.01.2003 SZ-Zeitung
- von Kerstin Loehr
Schneider: Urologie in Bad ausbauen, Schließung steht derzeit nicht zur
Debatte
............ „Es wird in Zukunft nicht mehr jedes Krankenhaus alles machen können“,
betont SPD-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Schneider. „Wir werden uns
konzentrieren müssen, und dazu brauchen wir eine stärkere regionale
Zusammenarbeit.“ Beispielsweise sei die Urologie am Klinikum in Salzgitter-Bad
durchaus noch ausbaufähig.
Dennoch warnt Schneider vor Panikmache: „Eine Schließung dieses Standortes steht
derzeit nicht zur Debatte“.
26.01.2003 SZ-Woche am
Sonntag - von Frank Gross
Insolvenz?
E. Thielen (Aufsichtsratsvorsitzender): "Der
Aufsichtsrat sieht keinerlei Gefahr einer Insolvenz. ......... Dazu stellt Werner Sommerfeld, Leiter des Finanzwesens und Mitglied der
Geschäftsführung bei der Klinikum Salzgitter GmbH, fest: „Über das Grundkapital
hinaus haben wir Reserven. Die stehen dem Klinikum zur freien Verfügung. Sie
können zum Beispiel für eventuell auftretende Verluste eingesetzt werden.
......"
26.01.2003 SZ-Woche am
Sonntag - von Frank Gross
Klinikum Salzgitter als Spielball politischer Interessen?
........... Die erfahrene Krankenhausmanagerin (Frau Scharmach) und ihr Prokurist sehen
das Unternehmen als Spielball politischer Interessen. „Hier wird über ein
gesundes Unternehmen der Pleitegeier heraufbeschworen. Wir wurden doch mit
diesem Zitat wirtschaftlich für tot erklärt. Ich sehe auf breiter Basis großen
wirtschaftlichen Schaden. Das grenzt an Rufmord“, gibt Sommerfeld (Prokurist der
Klinikum SZ GmbH) zu bedenken.
26.01.2003 SZ-Woche am
Sonntag - von Frank Gross
Haben in die Zukunft des Krankenhauses Salzgitter-Bad investiert
Geschäftsführerin: „In Bad wurde der OP-Trakt modernisiert. Parallel
dazu wird die Energieversorgung umgestellt. In Kürze wird ein Blockheizkraftwerk
in Betrieb genommen.
Ich denke, damit ist deutlich geworden, dass die Diskussion um die Schließung
des Hauses in Bad nichts weiter ist als das Aufwärmen alter Zoten.
Statt die Abrißbirne zu beauftragen, haben wir in die Zukunft des Krankenhauses
Salzgitter-Bad investiert.“
........... Daß in Deutschland das Krankenhauswesen zur Zeit keine
rosigen Zeiten durchlebt, ist hinlänglich bekannt. Gesetzliche Vorgaben aus
Berlin, die sich fast täglich ändern, seien keine Grundlage, um langfristig
planen zu können, meint Thielen besorgt. Trotzdem werde in Salzgitter und das
betrifft beide Häuser, Geld für notwendige Investitionen angefaßt.
Sommerfeld: „Wenn wir die Hände in den Schoß legen würden, gingen hier die
Lichter aus. Aber genau das machen wir nicht. Wir (Sommerfeld und Scharmach)
sind nicht aus Berlin gekommen um etwas an die Wand zu fahren, sondern um es
nach vorn zu entwickeln. Das gilt für das ganze Klinikum.“
Daraufhin folgte eine mehr als 3-monatige
Informationspause (22.02.-31.05.2003), die die Öffentlichkeit insofern nicht
störte, weil bisher alle Beteuerungen dem Erhalt des Krankenhauses in
Salzgitter-Bad (Haus am Berg) dienten.
DIE KEHRTWENDUNG
Anfang Juni 2003 wurde die Kehrtwende öffentlich
eingeleitet. Die Überschrift in der Salzgitter-Woche vom 01.06.2003 ließ die
Bürger aufhorchen.
01.06.2003 SZ-Woche am
Sonntag - von Frank Gross
Rhön-Klinik: Es gibt keine Gespräche über Verkauf
OB Knebel verärgert über Gerüchte - Schließung der
Klinik am Berg wird auch diskutiert
weitere Zitate:
„Nichts kann so bleiben wie es ist." Kernsatz der jüngsten Pressemitteilung des
Klinikums Salzgitters. Hintergrund der Aussage ist die interne Diskussion, wie
die Existenz des Klinikum gesichert werden kann.
„Wir werden den Prozess der Entscheidungsfindung nicht öffentlich diskutieren“,
verdeutlichte Oberbürgermeister Helmut Knebel gegenüber der Salzgitter-Woche.
Wichtig sei, so Knebel, dass man mit Hilfe der Beraterfirma Price Waterhouse
Cooper zu einem tragfähigen Konzept komme.
„Wir haben von der Stadt weder einen Hinweis über einen beabsichtigten Verkauf
bekommen, noch hat es in jüngster Vergangenheit irgendwelche Gespräche in dieser
Richtung gegeben." Gerald Meder, Vorstandsmitglied der Rhön-Klinikum AG, nahm mit
dieser Aussage sehr deutlich Stellung zu dem Gerücht, dass die Rhön-Kliniken an
einem Kauf des Klinikums interessiert seien.
Auch Oberbürgermeister Helmut Knebel zeigte sich gegenüber der Salzgitter-Woche
irritiert und verärgert: „Ich weiß nicht, wer zur Zeit ein Interesse daran haben
kann, diese Gerüchte in die Welt zu setzen. Ich finde es unverantwortlich
gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Klinikums, aber auch
schädlich für das Ansehen der Stadt, sich an diesen Gerüchten zu beteiligen,
oder sie gar gezielt zu verbreiten.“
01.06.2003 SZ-Woche am
Sonntag - von Frank Gross
Weg von der Zweihäusigkeit
Innerhalb der Entscheidungsfindung, so der OB weiter, werde
unter den Mitarbeitern auch bislang Undenkbares offen diskutiert: Weg von der
Zweihäusigkeit hin zur Einhäusigkeit. Was im Klartext bedeutet: Ausbau des
Standortes Lebenstedt, Schließung der Klinik am Berg (Salzgitter-Bad). Die
Akutversorgung im Süden, so die Geschäftsführung des Klinikums Salzgitter,
könnte ohne Probleme vom St. Elisabeth Krankenhaus erfolgen. Damit sei der
gesetzliche Auftrag, die Versorgung stationärer Patienten in Salzgitter,
weiterhin gewährleistet.
01.06.2003 SZ-Woche am
Sonntag - von Frank Gross
Identische Leistungen
Dazu bemerkt die Geschäftsleitung in der Presseinformation an: „Durch
die identischen Leistungen in drei Häusern findet kaum eine Spezialisierung
statt. Dies ist aus Qualitäts- und Wirtschaftsgesichtspunkten langfristig nicht
sinnvoll. Hier sind Absprachen und Kooperationen zwischen den Akteuren
erforderlich, die auch im Vorfeld mit dem zuständigen Ministerium abgestimmt
werden müssen.“
Am 07.11.2003 hat der Arbeitskreis Bürgerbegehren in
einer Bürgerversammlung seine Ziele für die am gleichen Abend begonnene
Unterschriftensammlung dargelegt.
13.11.2003 SZ-Zeitung
- von Luitgard Heissenberg
Konsequenzen für Verantwortliche?
........ Es tut sich eine Kluft zwischen Klinikleitung und Politik auf.
CDU-Ratsfraktionsvorsitzender R. Stratmann: „Wir müssen über Konsequenzen für
die Verantwortlichen nachdenken."
Wie die SZ berichtete, hatten Brigitte Scharmach, Geschäftsführerin der
städtischen Klinikum GmbH, und Oberbürgermeister Helmut Knebel am Dienstag
Rekordverluste der beiden Krankenhäuser in Lebenstedt und Bad bekannt gegeben –
zum Überleben fehlen 15 bis 20 Millionen Euro. Die Stadt wolle nun auch auf die
Suche nach einem privaten Betreiber gehen.
.........
Ratspolitiker werfen Klinik und Aufsichtsrat vor, über die Entwicklung nicht im
Vorfeld der Ratssitzung am 24. September informiert zu haben. Damals beschloss
der Rat mit Stimmen von SPD und CDU die Schließung des Klinikums Bad 2007.
Reinhard Steinhoff (MBS): "Die Entwicklung zeichnete sich da längst ab, mir kann
keiner etwas anderes erzählen. Es sind sechs Wochen verstrichen, in denen nicht
passiert ist."
Der Rückblick auf Presseveröffentlichungen soll die
Leser zunächst an die Ausgangssituation 2003 erinnern und helfen, den weiteren
Entwicklungsprozeß der Klinikum Salzgitter GmbH zu verfolgen und zu beurteilen.
Der Arbeitskreis Bürgerbegehren wird zu gegebener Zeit weitere Gegensätze
aufzeigen und politische Handlungen bewerten.
zum Seitenanfang
|