Nein zur Schließung, Ja zum Klinikum SZ-Bad

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Rückblick auf Presseveröffentlichungen

Die Lage der Klinikum Salzgitter GmbH zu Beginn des Jahres 2003 schilderte die Geschäftsführerin Frau Scharmach der Öffentlichkeit in 2 Presseberichten der Salzgitter-Zeitung vom 14.01.2003 unter der Überschrift: „Schließung steht nicht zur Debatte“ und vom 26.01.2003 in der Salzgitter-Woche unter der Überschrift: Insolvenz? Klinikum SZ: „Bösartige Behauptung“. Nach diesen Aussagen ist der Erhalt des Hauses am Berg in Salzgitter-Bad nicht in Frage zu stellen.
 

Schließung steht nicht zur Debatte
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Von einer Schließung des Standortes Salzgitter-Bad will die Geschäftsführerin jedoch nichts wissen, im Gegenteil: In Salzgitter-Bad wird investiert“, betont sie. Gerade sei der Operations-Trakt saniert worden, jetzt stehe die Einweihung des neuen Blockheizkraftwerkes an.
„Der Kernprozeß stimmt, die Patienten sind zufrieden mit unserem Angebot“, erläuterte Brigitte Scharmach und merkt an: „Die Standortfrage ist ein uraltes Thema, das immer wieder mal aufgewärmt wird."
 

St. Elisabeth-Krankenhaus - „Gut gerüstet“
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Für den Patienten zählt die schnelle, gute und wohnortnahe Versorgung - könnte das St. Elisabeth-Krankenhaus dies für den Süden allein schaffen?
„Wir haben in dieser Frage seit jeher einen festen Standpunkt“, sagt Verwaltungsleiter Hermann Ahting und erklärt: „Das St. Elisabeth-Krankenhaus hat sich durch eine bauliche Sanierung für diese Aufgabe gut gerüstet und steht einer weitergehenden Patientenversorgung offen gegenüber.“ So eine Veränderung müsse jedoch in Ruhe diskutiert werden und sei nicht von heute auf morgen umzusetzen.
 

Schneider: Urologie in Bad ausbauen, Schließung steht derzeit nicht zur Debatte
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„Es wird in Zukunft nicht mehr jedes Krankenhaus alles machen können“, betont SPD-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Schneider. „Wir werden uns konzentrieren müssen, und dazu brauchen wir eine stärkere regionale Zusammenarbeit.“ Beispielsweise sei die Urologie am Klinikum in Salzgitter-Bad durchaus noch ausbaufähig. Dennoch warnt Schneider vor Panikmache: „Eine Schließung dieses Standortes steht derzeit nicht zur Debatte“.
 

Insolvenz?
E. Thielen (Aufsichtsratsvorsitzender): "Der Aufsichtsrat sieht keinerlei Gefahr einer Insolvenz. ......... Dazu stellt Werner Sommerfeld, Leiter des Finanzwesens und Mitglied der Geschäftsführung bei der Klinikum Salzgitter GmbH, fest: „Über das Grundkapital hinaus haben wir Reserven. Die stehen dem Klinikum zur freien Verfügung. Sie können zum Beispiel für eventuell auftretende Verluste eingesetzt werden. ......"
 

Klinikum Salzgitter als Spielball politischer Interessen?
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Die erfahrene Krankenhausmanagerin (Frau Scharmach) und ihr Prokurist sehen das Unternehmen als Spielball politischer Interessen. „Hier wird über ein gesundes Unternehmen der Pleitegeier heraufbeschworen. Wir wurden doch mit diesem Zitat wirtschaftlich für tot erklärt. Ich sehe auf breiter Basis großen wirtschaftlichen Schaden. Das grenzt an Rufmord“, gibt Sommerfeld (Prokurist der Klinikum SZ GmbH) zu bedenken.
 

Haben in die Zukunft des Krankenhauses Salzgitter-Bad investiert
Geschäftsführerin: „In Bad wurde der OP-Trakt modernisiert. Parallel dazu wird die Energieversorgung umgestellt. In Kürze wird ein Blockheizkraftwerk in Betrieb genommen.
Ich denke, damit ist deutlich geworden, dass die Diskussion um die Schließung des Hauses in Bad nichts weiter ist als das Aufwärmen alter Zoten. Statt die Abrißbirne zu beauftragen, haben wir in die Zukunft des Krankenhauses Salzgitter-Bad investiert.“

........... Daß in Deutschland das Krankenhauswesen zur Zeit keine rosigen Zeiten durchlebt, ist hinlänglich bekannt. Gesetzliche Vorgaben aus Berlin, die sich fast täglich ändern, seien keine Grundlage, um langfristig planen zu können, meint Thielen besorgt. Trotzdem werde in Salzgitter und das betrifft beide Häuser, Geld für notwendige Investitionen angefaßt.

Sommerfeld: „Wenn wir die Hände in den Schoß legen würden, gingen hier die Lichter aus. Aber genau das machen wir nicht. Wir (Sommerfeld und Scharmach) sind nicht aus Berlin gekommen um etwas an die Wand zu fahren, sondern um es nach vorn zu entwickeln. Das gilt für das ganze Klinikum.“
 



Daraufhin folgte eine mehr als 3-monatige Informationspause (22.02.-31.05.2003), die die Öffentlichkeit insofern nicht störte, weil bisher alle Beteuerungen dem Erhalt des Krankenhauses in Salzgitter-Bad (Haus am Berg) dienten.

Anfang Juni 2003 wurde die Kehrtwende öffentlich eingeleitet. Die Überschrift in der Salzgitter-Woche vom 01.06.2003 ließ die Bürger aufhorchen.

 

Rhön-Klinik: Es gibt keine Gespräche über Verkauf

OB Knebel verärgert über Gerüchte - Schließung der Klinik am Berg wird auch diskutiert

 weitere Zitate:

„Nichts kann so bleiben wie es ist." Kernsatz der jüngsten Pressemitteilung des Klinikums Salzgitters. Hintergrund der Aussage ist die interne Diskussion, wie die Existenz des Klinikum gesichert werden kann.

„Wir werden den Prozess der Entscheidungsfindung nicht öffentlich diskutieren“, verdeutlichte Oberbürgermeister Helmut Knebel gegenüber der Salzgitter-Woche. Wichtig sei, so Knebel, dass man mit Hilfe der Beraterfirma Price Waterhouse Cooper zu einem tragfähigen Konzept komme.

„Wir haben von der Stadt weder einen Hinweis über einen beabsichtigten Verkauf bekommen, noch hat es in jüngster Vergangenheit irgendwelche Gespräche in dieser Richtung gegeben." Gerald Meder, Vorstandsmitglied der Rhön-Klinikum AG, nahm mit dieser Aussage sehr deutlich Stellung zu dem Gerücht, dass die Rhön-Kliniken an einem Kauf des Klinikums interessiert seien.

Auch Oberbürgermeister Helmut Knebel zeigte sich gegenüber der Salzgitter-Woche irritiert und verärgert: „Ich weiß nicht, wer zur Zeit ein Interesse daran haben kann, diese Gerüchte in die Welt zu setzen. Ich finde es unverantwortlich gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Klinikums, aber auch schädlich für das Ansehen der Stadt, sich an diesen Gerüchten zu beteiligen, oder sie gar gezielt zu verbreiten.“
 

Weg von der Zweihäusigkeit
Innerhalb der Entscheidungsfindung, so der OB weiter, werde unter den Mitarbeitern auch bislang Undenkbares offen diskutiert: Weg von der Zweihäusigkeit hin zur Einhäusigkeit. Was im Klartext bedeutet: Ausbau des Standortes Lebenstedt, Schließung der Klinik am Berg (Salzgitter-Bad). Die Akutversorgung im Süden, so die Geschäftsführung des Klinikums Salzgitter, könnte ohne Probleme vom St. Elisabeth Krankenhaus erfolgen. Damit sei der gesetzliche Auftrag, die Versorgung stationärer Patienten in Salzgitter, weiterhin gewährleistet.

Identische Leistungen
Dazu bemerkt die Geschäftsleitung in der Presseinformation an: „Durch die identischen Leistungen in drei Häusern findet kaum eine Spezialisierung statt. Dies ist aus Qualitäts- und Wirtschaftsgesichtspunkten langfristig nicht sinnvoll. Hier sind Absprachen und Kooperationen zwischen den Akteuren erforderlich, die auch im Vorfeld mit dem zuständigen Ministerium abgestimmt werden müssen.“
 

Am 07.11.2003 hat der Arbeitskreis Bürgerbegehren in einer Bürgerversammlung seine Ziele für die am gleichen Abend begonnene Unterschriftensammlung dargelegt.
 

Konsequenzen für Verantwortliche?
........ Es tut sich eine Kluft zwischen Klinikleitung und Politik auf. CDU-Ratsfraktionsvorsitzender R. Stratmann: „Wir müssen über Konsequenzen für die Verantwortlichen nachdenken."

Wie die SZ berichtete, hatten Brigitte Scharmach, Geschäftsführerin der städtischen Klinikum GmbH, und Oberbürgermeister Helmut Knebel am Dienstag Rekordverluste der beiden Krankenhäuser in Lebenstedt und Bad bekannt gegeben – zum Überleben fehlen 15 bis 20 Millionen Euro. Die Stadt wolle nun auch auf die Suche nach einem privaten Betreiber gehen.

......... Ratspolitiker werfen Klinik und Aufsichtsrat vor, über die Entwicklung nicht im Vorfeld der Ratssitzung am 24. September informiert zu haben. Damals beschloss der Rat mit Stimmen von SPD und CDU die Schließung des Klinikums Bad 2007. Reinhard Steinhoff (MBS): "Die Entwicklung zeichnete sich da längst ab, mir kann keiner etwas anderes erzählen. Es sind sechs Wochen verstrichen, in denen nicht passiert ist."
 

Der Rückblick auf Presseveröffentlichungen soll die Leser zunächst an die Ausgangssituation 2003 erinnern und helfen, den weiteren Entwicklungsprozeß der Klinikum Salzgitter GmbH zu verfolgen und zu beurteilen. Der Arbeitskreis Bürgerbegehren wird zu gegebener Zeit weitere Gegensätze aufzeigen und politische Handlungen bewerten.

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