|
Home
neueste Nachrichten
Terminkalender
Konzepte
Verwaltung
und Politik
Bürgerbegehren
Daten Fakten Ergebnisse
Presseberichte
Lesermeinungen
Meinungen zur
Lage
Gästebuch
Impressum
Links
| |
zurück zur Übersicht Presseberichte
Salzgitter-Zeitung - 09.12.2004 - Luitgard Heissenberg
"Wir erhöhen medizinisches Angebot"
Künftige Betreiberin Rhön-Klinikum AG will
Krankenhaus in Lebenstedt rasch ausbauen
SALZGITTER. Die Käuferin der Klinikum Salzgitter GmbH, die Rhön-Klinikum
AG, will in das Krankenhaus Lebenstedt rasch viel Geld investieren, um es auf
den technisch neuesten Stand zu bringen.
Das sagte gestern der stellvertretende Konzernchef Gerald Meder bei seinem
ersten offiziellen Besuch im Rathaus: "Salzgitter hat die Probleme aller
öffentlichen Krankenhäuser: die scheibchenweisen Investitionen des Staates, der
eben nur beschränkte Mittel hat."
Die Rhön AG will die städtische Krankenhausgesellschaft zum Jahreswechsel zu
94,9 Prozent übernehmen; der Rat muss dem Geschäft am nächsten Mittwoch
zustimmen. Neben dem Kaufpreis von 8 Millionen Euro geht der Schuldenberg von 7
Millionen Euro an den Konzern. Wenn die vom Land angekündigten Zuschüsse für
Investitionen fließen, soll sich der Kaufpreis um rund 3,6 Millionen Büro
erhöhen.
Um das rote Zahlen schreibende Klinikum in die Gewinnzone zu bringen, brauche es
mehr Patienten, so Meder: "Dazu müssen wir möglichst viele Leistungen anbieten,
wir werden das medizinische Angebot erhöhen." Der Konzern habe sich
verpflichtet, alle Abteilungen von der Kinderklinik bis zur Inneren Medizin zu
erhalten - allerdings konzentriert in Lebenstedt. Das Gebäude in Salzgitter-Bad
werde dem privaten St. Elisabeth-Krankenhaus angeboten, sagte er: "Wenn das
scheitert, kann die Stadt die Immobilie für einen Euro zurückkaufen."
Großes Verhandlungsgeschick bescheinigte der Krankenhausmanager der Stadt
Salzgitter: "Die Vorgaben waren so, dass wir wirtschaftlich arbeiten können. Zum
Beispiel entspricht der Ratsbeschluss zur Einhäusigkeit haargenau unseren
Vorstellungen." > LOKALTEIL
FAKTEN
> Die Rhön-Klinikum AG betreibt bundesweit 34 Krankenhäuser, davon in der
Region Herzberg, Osterode, Hildesheim, Gifhorn, Wittingen.
> Gewinn 2003: 73 Millionen Euro, 15 000 Mitarbeiter.
Geschäftsführerin bleibt im Amt
Knebel: Zukunft des Klinikums gesichert
SALZGITTER. Am kommenden Mittwoch soll der Rat dem Verkauf der Klinikum
Salzgitter GmbH an die Rhön AG zustimmen. Im Vorfeld informierte die
Konzernspitze gestern im Rathaus die Politiker über ihre Pläne.
In einem Pressegespräch sagte Oberbürgermeister Helmut Knebel, dass er diesen
Bieter gerne dem Rat empfehle: "Ich bin froh über das Ergebnis und sehe darin
die Zukunftssicherung des Klinikums. Die Rhön AG kann Investitionsmittel in die
Hand nehmen, die wir nicht haben." Eine Unternehmensberatung hatte seit April
mit 15 potenziellen Investoren aus Deutschland und der Schweiz verhandelt.
5,1 Prozent Anteil behält die Stadt, um ihren grundlegenden Einfluss zu sichern:
Ohne ihre Zustimmung darf weder der GmbH-Sitz verlegt noch der
Versorgungsauftrag – etwa durch Schließen einer Abteilung – verändert werden.
Die Geschäftsführerin des 450-Bettenhauses, Brigitte Scharmach, bleibt nach
Angaben des stellvertretenden Konzernchefs Gerald Meder im Amt: "Wir haben in
ihr jemanden, auf dessen Kompetenz wir bauen."
Für die 1100 Mitarbeiter des Klinikums gibt es keine Beschäftigungsgarantie: Den
Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen über den 31. Dezember 2005 hinaus
lehnte Rhön – wie alle Bieter – ab. Allerdings will der Konzern einen
Sozialfonds in Höhe von 2,5 Millionen Euro bilden. Daraus soll zum Beispiel ein
Ausgleich bei vorzeitigem Ruhestand bezahlt werden oder die Umschulung von
Mitarbeitern, deren Arbeitsplatz künftig wegfällt. Neue Stellen könnten für
medizinische Dokumentationskräfte entstehen, die den Ärzten die zunehmende
Schreibarbeit abnehmen. Die bisherigen Gehälter genießen laut Meder
Bestandsschutz. Für neue Kräfte gelte die Rhön-Philosophie: "Qualifizierte
verdienen mehr als im öffentlichen Dienst, Unqualifizierte weniger."
Profit durch viele Patienten
SZ-Gespräch mit Konzern-Vize Gerald Meder
SALZGITTER. Gerald Meder ist in der Rhön-Konzemspitze (Hauptsitz ist
Neustadt/Saale) zuständig für den Kauf von Krankenhäusern. SZ-Redaktionsleiterin
Luitgard Heissenberg sprach mit ihm.
Krankenhäuser in Trägerschaft von Städten und
Landkreisen schreiben rote Zahlen, Sie machen Gewinne. Warum?
Wir machen Geld, weil wir mehr Patienten haben. Die haben wir, weil wir
möglichst viele Leistungen anbieten. Das können wir, weil wir durch
qualifizierte Investitionen kostengünstig arbeiten. Zum Beispiel sparen wir
durch Zusammenlegung der Kliniken in Salzgitter Betriebskosten und Personal. Die
Bettenzahl verliert an Wichtigkeit, die Fallzahl ist entscheidend; Sie machen
auch Profit bei kurzen Liegezeiten und Komprimierter Behandlung.

Gerald Meder, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Rhön-Klinikum AG
Wo werden Sie in Lebenstedt investieren?
Eine Projektgruppe wird eine medizinische Analyse machen: Wo stehen wir, was
wollen wir? Wo sind Kooperationen sinnvoll, wo müssen wir eigene
Untersuchungseinheiten anschaffen? Dann werden wir versuchen, den vorhandenen
Zustand diesem Optimum anzupassen.
Das Land hatte der Stadt Millionen-Fördermittel für
Investitionen zugesagt. Haben Sie als privater Betreiber Anspruch darauf?
Haben wir, weil wir einen Versorgungsauftrag erfüllen. Wenn das Land aber andere
Vorstellungen hat als wir, bauen wir ohne Zuschüsse.
Werden Sie auch die Bürger im Süden weiter gut
versorgen?
Das ist unser Anliegen. Wir werden jetzt Verhandlungen mit dem katholischen St.
Elisabeth-Krankenhaus beginnen, was wir bisher nicht durften. Wir bieten der
Kongregation, die ja heute sehr beengt ist, die Immobilie in Bad und unsere
Kooperation, zum Beispiel Ferndiagnose, an.
zum Seitenanfang
|