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Achtung:
Uni-Klinikum Gießen-Marburg der Rhön Klinikum AG Neustadt/Saale
Gießener Anzeiger - 08.08.2006 - Redaktion
"Böswillige Aufwiegelung der Arbeitnehmer"
Rhön-Klinikum weist
Vorwürfe von Verdi entschieden zurück - Streit um Auslaufen befristeter
Arbeitsverträge
GIESSEN (had). "Das ist böswillige Aufwiegelung der Arbeitnehmer." Mit
deutlichen Worten hat der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der
Rhön-Klinikum AG, Gerald Meder, Vorwürfe der Gewerkschaft Verdi im Zusammenhang
mit dem Auslaufen von befristeten Arbeitsverträgen zurückgewiesen.
Gewerkschaftssekretärin Marita Kruckewitt hatte erklärt, die Arbeit im
privatisierten Uni-Klinikum Gießen und Marburg sei durch den Personalabbau kaum
noch zu bewältigen. Verdi empfehle den Beschäftigten daher "in begründeten
Fällen eine Überlastungsanzeige beim Arbeitgeber zu stellen". Dies diene unter
Umständen dem eigenen Schutz, "falls wegen Arbeitsüberlastung Fehler passieren".
Man werde jeden Einzelfall genau prüfen und arbeitsrechtliche Konsequenzen
ziehen, wenn unbegründete Überlastungsanzeigen gestellt würden, so Meder. Und
weiter: "Das werden wir uns nicht gefallen lassen." Zugleich wies er die
Darstellung von Verdi zurück, auf einer Standort übergreifenden
Geschäftsleitungskonferenz Ende Juli sei beschlossen worden, alle befristeten
Beschäftigungsverhältnisse auslaufen zu lassen. Es würden nur solche
Arbeitsverhältnisse nicht verlängert, die über den gültigen Stellenplan
hinausgingen.
Insgesamt liefen bis zum Jahresende 245 befristete Verträge aus. 100 davon seien
Schülerinnen, weitere 45 Beschäftigte gingen in Rente. Bei den 64 betroffenen
Ärzten werde jeder Einzelfall geprüft. Eine Weiterbeschäftigung sei nur dann
möglich, wenn nach der Facharztausbildung auch eine entsprechende Stelle frei
sei. Mit dem Marburger Bund verhandele man derzeit gerade darüber, die Situation
dahingehend zu verbessern, dass befristete Verträge mit Ärzten über zwei Jahre
und nicht, wie derzeit teilweise üblich, nur über Monate abgeschlossen werden.
Damit blieben 36 auslaufende Fristverträge übrig, teilweise Vertretungen für
Krankheit oder Erziehungsurlaub.
Schließlich wies Meder den Vorwurf von Verdi zurück, der Betriebsrat sei nicht
rechtzeitig und umfassend über Personalmaßnahmen informiert worden. Da man noch
dabei sei, den künftigen Personalbedarf im Vergleich mit anderen Kliniken zu
ermitteln, sei die Arbeit am Stellenplan - noch nicht abgeschlossen.
"Doppelzüngig" sei es, wenn der Betriebsrat in
Marburg zugleich die Einstellung von 86 Krankenpflegeschülerinnen verhindere.
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