|
Home
neueste Nachrichten
Terminkalender
Konzepte
Verwaltung
und Politik
Bürgerbegehren
Daten Fakten Ergebnisse
Presseberichte
Lesermeinungen
Meinungen zur
Lage
Gästebuch
Impressum
Links
| |
zurück zur Übersicht Presseberichte
Salzgitter-Zeitung - 21.09.2006 - Peter Gamauf
Verdi: "50 Arbeitsplätze in Gefahr"
Klinikum Salzgitter: Geschäftsführer sprechen von
Personalanpassung - Betroffen: Küche und Reinigung
SALZGITTER. "Am Klinikum Salzgitter sind 50 Arbeitsplätze in Gefahr": Das
sagt Verdi-Gewerkschaftssekretär Jens Havemann. "Wir sprechen nicht von 50",
sagt Dietmar Bönsch, einer der Geschäftsführer der Klinik. Aber er spricht von
einer "Personalanpassung", die "möglichst sozialverträglich" gestaltet werden
soll.
Betroffen sind 24 Reinigungskräfte und 26 Mitarbeiter der Küche in den
Häusern in Lebenstedt und Salzgitter-Bad. Es sei möglich, dass Küchen- und
Reinigungsarbeiten an andere Dienstleister vergeben werden, bestätigt Bönsch.
"Die Belastungen durch den Gesetzgeber werden höher", begründet Ronald Gudath,
ebenfalls Geschäftsführer, die Pläne. "2007 wird unter anderem unser Budget um
1,5 Prozent verringert, die Mehrwertsteuererhöhung trifft uns." Man müsse
"sicherstellen, dass unser Haus weiterhin wirtschaftlich arbeitet." Der
wirtschaftliche Druck sei da, personelle Veränderungen sind geplant, Gudath
nannte keine Zahlen. "Es ist ein Spagat."
Krankenhauskosten
seien im wesentlichen Personalkosten, so Gudath. Deshalb stehen typische
Serviceleistungen wie Reinigung und Küche auf den Prüfstand. Bönsch: "Wir haben
signalisiert, dass wir an dieser Stelle etwas tun wollen. Wie die Struktur
abschließend aussieht, bleibt abzuwarten." Es sei "nicht auszuschließen, dass
der eine oder andere Arbeitsplatz wegfallen wird".
Man arbeite in Gesprächen mit Betriebsrat und Gewerkschaft an
"sozialverträglichen Lösungen", erklärt Gudath. Auch auf Konzernebene werde mit
Verdi gesprochen - die Klinikum Salzgitter GmbH gehört zu 94,9 Prozent der
Rhön-Klinikum AG, die Stadt Salzgitter hält den Rest der Anteile. Gudath: Im
Zuge des bevorstehenden Ausbaus der Klinik werde unter dem Strich langfristig
sogar eine Erhöhung des aktuellen Personalbestandes in patientennahen Bereichen
stehen.
Heute um 15 Uhr findet eine Betriebsversammlung statt. Gudath: "Wir wollen offen
und ehrlich mit den Menschen umgehen." Die Unsicherheit könne zurzeit aber
keinem Mitarbeiter genommen werden.
"Wenn man unter sozialverträglich versteht, dass Arbeitsplätze gesichert werden,
dann kann ich damit etwas anfangen", sagt Verdi-Sekretär Havemann. Es sei nicht
der Weg der Gewerkschaft, die Menschen zu bewegen, ihren Arbeitsplatz
aufzugeben, indem man ihnen Abfindungen zahle.
Die Sicherung der Arbeitsplätze habe Vorrang - zum Beispiel über das Modell
einer im Konzern angedachten Tochtergesellschaft, die jene Serviceleistungen
erbringe, die zur Debatte stehen. Die Beschäftigten beider Bereiche hätten
bereits weitgehende Zugeständnisse gemacht. Im Haustarif seien die Löhne massiv
abgesenkt worden.
"Alle Kliniken erwarten 2007 Mindereinnahmen", erklärt Havemann. "Es gibt noch
Gesprächsbedarf", sagt er, am 9. Oktober werde weiter verhandelt.
"Entscheidungen müssen auf eine sichere Grundlage gestellt werden. Wir wollen
wissen, für welchen Preis der Konzern die Existenz der Mitarbeiter aufs Spiel
setzt", fordert er konkrete Zahlen. Havemann: "Ich erwarte von einem Konzern,
der 2005 mit 88 Millionen Euro Gewinn abgeschlossen hat, dass er sich der
Verantwortung für Arbeitsplätze stellt und sich nicht in einen absoluten
Lohndumping-Wettbewerb begibt."
zum Seitenanfang
|