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Salzgitter-Zeitung - 24.11.2006 - Peter Gamauf

Mikroskopische Bilder aus dem Magen

Konfokale Endomikroskopie: Ärzte am Salzgitteraner Klinikum sind Vorreiter in Niedersachsen

SALZGITTER. Die Ärzte am Klinikum Salzgitter werden die ersten in Niedersachsen sein, die von Dezember an mit einer neuen Technologie arbeiten. Sie hilft, bösartige Zellveränderungen zu einem frühest möglichen Zeitpunkt zu erkennen.

Konfokale Endomikroskopie heißt die Methode. Ein kleines Mikroskop im unteren Ende eines normalen Endoskops macht es möglich, Hohlräume von Magen und Darm so zu spiegeln, dass noch während der Untersuchung mikroskopische Bilder gemacht werden.
 
Vorteil für die Patienten: Ihnen werden quälend lange Wartezeiten auf Untersuchungsergebnisse erspart, denn die Bilder entsprechen in ihrer Qualität nahezu der hergebrachten Gewebeuntersuchung unter dem Mikroskop.
 
"Das ist eine neue Dimension der Untersuchung", sagt Privatdozent Dr. Helmut Jablonowski, Chefarzt der Medizinischen Klinik I. "Ich freue mich, dass eine derartige Ausstattung nach Salzgitter kommt", wertet der Mediziner die Investition von rund 168 000 Euro "als Anerkennung unserer Arbeit seitens der Rhön Klinikum AG". Hinsichtlich der Gastroenterologie sei Salzgitter ein Schwerpunkt innerhalb der Rhön-Krankenhäuser.
 
"Die Schleimhaut von Magen und Darm lässt sich bei der Endomikroskopie bis zu einer Tiefe von einem Viertel Millimeter begutachten", erläutert Jablonowski den entscheidenden Fortschritt in der Technik, die geeignet ist, das Verborgene sichtbar zu machen. "Darüber hinaus kann die Schleimhaut zielgerichtet nach veränderten Zellen durchsucht werden."

Das bedeutet: "Auffällige Zellen können direkt, also während der Untersuchung, entfernt werden." Bisher seien zahlreiche ungezielte Gewebeentnahmen notwendig, um Krebserkrankungen im Frühstadium nicht zu übersehen.

Die Methode sei vor allem bei chronischen Magen-Darm-Erkrankungen von großem Vorteil, da sich bei der gängigen Endoskopie selbst ausgeprägte Zellveränderungen nicht immer sicher erkennen ließen. "Wir werden nun in der Lage sein, mehr Detailinformationen als bisher abzubilden", sagt Jablonowski.

Voraussetzung für eine derartige Innovation sei allerdings auch ein Klinikbetreiber, der bereit sei, neue Technologien anzuschaffen und einzusetzen, die nicht nur gute Daten aufwiesen, sondern überdies zukunftsweisend seien, betonte Jablonowski.

Die Endomikroskopie verläuft wie eine normale Spiegelung. Mit Hilfe des Endoskops betrachtet der Arzt zum Beispiel die Schleimhaut des in Frage kommenden Bereichs, zum Beispiel der Speiseröhre. Anschließend erhält der Patient ein fluoreszierendes Kontrastmittel gespritzt. Die Schleimhautzellen werden durch den Laser im Endoskop gescannt. Das von den Zellen unterschiedlich reflektierte Licht wird in ein Graustufenbild umgerechnet.

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