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Salzgitter-Zeitung - 31.03.2007 - Peter
Gamauf
Moderne Klinik: Zehn Millionen obendrauf
Qualität vor Schnelligkeit: Bauarbeiten verzögern
sich - Neue medizinische Erkenntnisse in Detailplanung
SALZGITTER. Der Beginn der geplanten Neu- und Umbauarbeiten am Klinikum in
Lebenstedt verzögert sich. "Wir sind gemeinsam mit den Architekten noch einmal
in die Detailplanung eingestiegen", sagen Ronald Gudath und Dietmar Bönsch.
"Qualität geht vor Schnelligkeit", so die beiden Geschäftsführer der Klinikum
Salzgitter GmbH.
Die Qualität hat ihren Preis: Denn statt der bisher 40 sollen nun 50 Millionen
Euro ausgegeben werden, um eine Klinik zu bauen, die einige Jahrzehnte lang den
Ansprüchen moderner Medizin genügt. Der erste Spatenstich könnte Ende dieses
Jahres erfolgen.
36 Monate soll gebaut werden, um die Nutzfläche des Klinikums von 15 000 auf 33
000 Quadratmeter zu vergrößern. Eine neue Kinderklinik, ambulantes Operieren und
eine Tagesklinik sind vorgesehen. Chirurgie, Gynäkologie, Geburtshilfe,
Urologie, Pädiatrie, Innere Medizin sowie die Notfallversorgung sollen auf den
neuesten Stand gebracht werden. Die überregional renommierte Urologie wird von
Salzgitter Bad nach Lebenstedt umziehen.
Die Pläne für den Umbau stammen noch aus der Zeit vor der Übernahme der Klinik
durch die Rhön AG. "Sie sind zwar nicht überholt", sagt Ronald Gudath, "aber wir
sind uns einig, dass neueste Erkenntnisse in die Planung einfließen sollen."
Beispiele:
- Der Operationsbereich muss neu konzipiert werden, weil modernste Technik
eingesetzt werden soll. Die enge Zusammenarbeit mit der Schwesterklinik in
Hildesheim dient der wohnortnahen Versorgung in Salzgitter bei Operationen
an Gelenken, Gefäßen sowie der Wirbelsäule und führt zu einem zusätzlichen
Bedarf an OP-Räumen.
- Die Intensivstation für Frühgeborene muss Wand an Wand mit der
Frauenklinik liegen - eine gesetzliche Voraussetzung für eine Spezialklinik
auf diesem Gebiet.
- Der stationäre Bereich soll verstärkt an die ambulante Versorgung
gekoppelt werden.
Die zehn Millionen Euro, die nun draufgesattelt werden, fließen in moderne
Technik. Dem Rhön-Konzern geht es finanziell ausgezeichnet, 19 Millionen Euro
der Gesamtinvestitionssumme wird das Land beisteuern. "Das Klinikum Salzgitter
hat 2006 Überschüsse erzielt, die ebenfalls in das Bauvorhaben einfließen", sagt
Gudath, und Bönsch spricht von einer motivierten Belegschaft, ohne die solche
Ergebnisse nicht möglich seien.
Nachdem zu Beginn des Jahres verschiedene Service-Bereiche an Fremdanbieter
vergeben worden sind, ist nun die Küche an der Reihe: Am Klinikum wird vom 1.
Juni an nicht mehr gekocht, das Essen wird von einem Dienstleister geliefert,
der dann auch die Portionierung und Verteilung der Speisen organisieren wird.
"Das Auswahlverfahren läuft. Alle Mitarbeiter der Küche haben das Angebot, beim
Dienstleister weiterzuarbeiten", sagen die Geschäftsführer und betonen: "An der
guten Essensqualität wird sich nichts ändern." Während der Umbauarbeiten wird
Lebenstedt aus der Verteilküche in Salzgitter-Bad versorgt.
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