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Salzgitter-Zeitung - 14.04.2007 - Peter Gamauf
Verdi: "Personal fehlt an allen Ecken"
Gewerkschaft kritisiert Krankenhausleitung -
Klinik-Geschäftsführer: Vakante Stellen sollen besetzt werden
SALZGITTER. Die Rhön-Klinikum AG spare im Salzgitteraner Klinikum auf dem
Rücken der Mitarbeiterinnen: Das sagt Verdi-Gewerkschaftssekretär Jens Havemann.
"Personal fehlt an allen Ecken und Kanten", kritisiert Havemann, in den
Röntgen-Abteilungen in Lebenstedt und Bad werde seit langem mit viel zu dünner
Personaldecke gearbeitet.
"Die Menschen sind am Ende ihrer Kräfte", schreibt Havemann in einer
Pressemitteilung. Ständige lange Dienste mit Verstößen gegen das
Arbeitszeitgesetz, Überstunden, dauerndes Einspringen für Kolleginnen, die
folgerichtig krank würden - und das über Monate, teilweise Jahre: So schildert
er die Situation.
Zu Beginn dieses Jahres sei die Lage "katastrophal" geworden - bedingt durch das
neue Arbeitszeitgesetz, nach dem Bereitschaftsdienste Arbeitszeiten sind. Diese
Entwicklung habe die Klinikleitung verschlafen. Am 20. März habe ein Gespräch
zwischen Verdi, Betriebsrat und der Geschäftsführung stattgefunden. Absprache
laut Havemann: Zwei Vollzeitstellen sollten mit Medizinisch-Technischen
Assistentinnen zum 1. April besetzt werden, es habe zwei Bewerberinnen gegeben.
Bisher sei jedoch niemand eingestellt worden. Laut Havemann habe die
Geschäftsführung die Vereinbarungen "bewusst gebrochen" und sich auch nicht um
andere Lösungen gekümmert. Mindestens zwei weitere Monate werde die Gesundheit
der Mitarbeiter ignoriert.
Gewerkschaft und Betriebsrat fordern die Geschäftsführung auf, in der nächsten
Woche tragfähige Lösungen zu präsentieren. Es gehe auch darum, die Qualität der
Krankenversorgung sicherzustellen.
Die Vakanz in der Radiologie wird von Seiten des Klinikums auf 1,5 (von 11,5)
Stellen beziffert. Sie sei seit dem 1. April 2007 durch "natürliche
Fluktuation", unter anderem durch Schwangerschaft, entstanden. "Es bestand und
besteht Konsens und das Ziel, diese Stellen so rasch wie möglich qualifiziert zu
besetzen", so Klinikum-Geschäftsführer Ronald Gudath. Eine neue Kraft werde zum
1. Mai eingestellt.
Im Klinikum Salzgitter werde seit Anfang 2007 das geänderte Arbeitszeitgesetz
umgesetzt. Dies habe das Gewerbeaufsichtsamt geprüft und bestätigt, so Gudath,
der die Versorgung der Patienten "zu keiner Zeit beeinträchtigt" sah. Ansonsten
handele es sich bei der Nachbesetzung einer Vakanz um eine "normale betriebliche
Angelegenheit."
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