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Salzgitter-Zeitung - 28.08.2007 - Stellungnahme Hans-Jürgen Honsa Komba-Gewerkschaft

Personal keine "Kostenstelle auf zwei Beinen"

Zum SZ-Interview mit Klinikarzt nimmt Komba-Chef Hans-Jürgen Honsa Stellung

LEBENSTEDT. "Die Aussagen des Arztes des Klinikums können von mir leider nur bestätigt werden", schreibt Hans-Jürgen Honsa. Der Vorsitzende der Komba-Gewerkschaft Salzgitter nimmt zum SZ-Interview "Klinikarzt: Betriebsklima miserabel" Stellung.
 
Auf Betriebsversammlungen habe Honsa wiederholt darauf hingewiesen, dass der Umbau des Klinikums zu einem wirtschaftlich prosperierenden Betrieb nur zu schaffen sei, wenn man alle Beteiligten "ins Boot" nähme. "Das bedeutet aber auch, dass man das Vertrauen der Beschäftigten gewinnen muss", so Honsa. Dies sei in der Vergangenheit nicht erfolgt.

Nach der Privatisierung des Krankenhauses hätten die Geschicke in den Händen einer Geschäftsführerin aus Berlin gelegen, die sich in ihrem Büro "verschanzt" habe, so Honsa. "Sie schrieb zwar fantastische Excel-Tabellen und bunte Diagramme, wusste aber bis zu ihrem Ausscheiden nicht, wo sich das Blutlabor befand." Beschäftigte mit Sorgen hätten nach etwa sechs Wochen einen Termin bekommen.
 
Nach der Übernahme durch die Rhön AG mit dem Wechsel in der Geschäftsführung hätten die Beschäftigten zunächst mitgeteilt bekommen, dass das Klinikum unrentabel arbeite, die "Produktionskosten" pro Fall somit zu hoch seien und daher gespart werden müsse.
 
Dass das städtische Krankenhaus unter dem Geschäftsführer Kaffke (heute Chef in Melverode) schon einmal schwarze Zahlen geschrieben hätte und die Beschäftigten den Umbau ohne größere Schwierigkeiten mitgestaltet hätten, sei "natürlich unerwähnt" geblieben. "Man kann eine Belegschaft nicht von einem Umbau in den anderen treiben, ihnen die notwendigen Rahmenbedingungen vorenthalten und anschließend die mangelnde Bereitschaft zur Mitarbeit beklagen", so Honsa.

Leider verstärke sich der Eindruck, dass die Beschäftigten nur als "Kostenstellen auf zwei Beinen" angesehen würden und nicht als wichtigste Ressource im Kampf um die Gesundheit und das Leben der Patienten. "Als Ortsgruppe Salzgitter haben wir stets unsere Bereitschaft zur konstruktiven Mitarbeit an der Gestaltung unseres Klinikums erklärt. Um einen Dialog zu ermöglichen, muss sich das Menschenbild in den Köpfen der Geschäftsführung ändern", so Honsa. Die Beschäftigten seien motiviert, sie stünden zu ihren Patienten und zu ihrem Klinikum, "man muss ihnen aber auch die Chance dazu geben".

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