Nein zur Schließung, Ja zum Klinikum SZ-Bad

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Salzgitter Zeitung - 22.09.2007 - Karen Fröhlich

Klinikum packt Probleme an

Klinikleitung räumt nach Patientenbeschwerden Nachlässigkeiten ein und verstärkt Kontrollen

SALZGITTER-BAD. Das Rhön-Klinikum stand in jüngster Zeit mehrfach in der Kritik. Die Klinikleitung reagierte, packt die Probleme nun an.

Erboste Patienten hatten sich auch an die SZ gewendet. So zum Beispiel Hella Matzat, eine energische Söltersche, die mit ihrer Meinung nicht hinter dem Berg hält. Bei einem neuntägigen Aufenthalt im Klinikum Salzgitter-Bad hatte sie nicht nur gestresstes Pflegepersonal und überarbeite Ärzte erlebt. Auch die Hygiene hätte zu wünschen übrig gelassen.

So seien die Duschen von schwarzem Schimmelpilz befallen gewesen, auf der Heizung im Krankenzimmer hätten sich Staubmäuse getummelt, ebenso hinter dem Spiegel. Auch die Fensterscheiben hätten lange kein Putzmittel mehr gesehen. Das quietschende Türscharnier habe sie schließlich selbst mit Margarine gefettet.

Auch die Verpflegung sei alles andere als eine Offenbarung gewesen. Eine Hühnersuppe, in der Leberkäse schwimme, sei schon gewöhnungsbedürftig. Die Krönung im negativen Sinn aber sei das Abendbrot gewesen: "Die Tomate von dem lieblos zusammengestellten, eiskalten Teller habe ich mir unter fließenden Wasser etwas aufgewärmt, um sie überhaupt genießbar zu machen." Vielleicht, sagte Frau Matzat, sei das Klinikum doch besser beraten, ein Cateringunternehmen aus der Region zu bestellen. Zurzeit habe eine Firma aus Jena den Auftrag.

All diese Beobachtungen teilt Günter Broschk, dessen Ehefrau 14 Tage in Salzgitter-Bad behandelt wurde. Auch er beschwerte sich schriftlich bei der Klinikleitung. Nicht zuletzt die völlig vernachlässigten Außenanlagen des so wohltuend am Waldrand gelegenen Krankenhauses vermittelten den Eindruck, dass hier bewusst das frühzeitige Aus des Hauses herbeigeführt werden solle, meinen Broschk und Matzat.

Die Klinikleitung reagierte auf die Vorwürfe, schrieb freundliche Briefe und lud zu persönlichen Gesprächen. Gegenüber der SZ nahm Brunhilde Seidel-Kwem Stellung. Sie ist stellvertretendes Vorstandsmitglied der Rhön-Klinikum AG.

In den Stationsduschen des Altbaus in Salzgitter-Bad komme es immer wieder vor, dass sich die Fliesenfugen dunkel verfärbten. Dies sei kein Pilzbefall, aber dennoch nicht durch normale Reinigungsarbeiten zu beheben. Die Haustechnik müsse die Duschen daher regelrecht sanieren. Leider sei nicht auszuschließen, dass diese Problematik immer wieder auftrete. Allerdings sei der Umbau zurzeit im Gang, so dass in Kürze den Patienten weitere Duschen zur Verfügung stünden.

 Die Geschäftsführung habe bereits mit verstärkten Kontrollen und Erweiterungen des Reinigungsvertrages auf die berechtigten Beanstandungen reagiert.

Auch hier räumt die Geschäftsführung Nachlässigkeiten ein. Derzeit werde aber in Rabatten und Beeten gearbeitet.

Das Essen sei bei einer Patientenbefragung mehrheitlich positiv bewertet worden. Das schließe berechtigte Kritik im Einzelfall nicht aus. Auch die Geschäftsführung sieht Verbesserungsmöglichkeiten. Hygienische Anforderungen seien allerdings einzuhalten. So seien zum Beispiel Abendbrotteller zu kühlen.

Innerbetriebliche Konflikte habe es gegeben. Sie seien jedoch abgearbeitet, schreibt Seidel-Kwem. Bei Gesprächen an beiden Betriebsstätten, in Lebenstedt und Salzgitter-Bad, habe sie kein durchgängig schlechtes Betriebsklima festgestellt. Zur Arbeitsbelastung stellt sie fest: "Der Alltag von Ärzten und Pflegekräften ist durchaus fordernd und anspruchsvoll. Das gilt auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Klinikums Salzgitter."

Unter dem Strich sei es gelungen, das medizinische Leistungsangebot in Salzgitter-Bad auszubauen, resümiert Seidel-Kwem. Die Geschäftsführung strenge sich an , das innere und äußere Erscheinungsbild während der Betriebsdauer zu erhalten und, wo nötig, zu verbessern.

Eins ist jedoch sicher: Das RhönKlinikum steht, wie bereits berichtet, zu seinem Konzept der Einhäusigkeit (also nur noch eine Klinik - in Lebenstedt - zu betreiben; Anm. d. Red.). In Salzgitter-Bad sei, so Seidel-Kwem, ein Gesundheitzentrum denkbar, in dem das Klinikum mit niedergelassenen Ärzten kooperieren könnte.

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