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Salzgitter-Zeitung - 22.11.2007 - Peter
Gamauf
Klinik Garantie für Bad bis 2010
Medizinische Versorgung im Süden: Die Rhön-Klinikum AG wird
das Krankenhaus in Salzgitter-Bad bis zum 31. Dezember 2010 weiter betreiben.
"Konzern hätte Klinik jederzeit schließen können"
Stadtrat soll Fristen für
Investitionsverpflichtungen verlängern
SALZGITTER. "Ich freue mich sehr, dass es in Gesprächen mit der Rhön AG
gelungen ist, die Bestandsgarantie für Bad bis 2010 auszuhandeln", sagte
Oberbürgermeister Frank Klingebiel. "Nach den bestehenden Verträgen hätte der
Konzern die Klinik jederzeit schließen können."
Gleichzeitig streben beide Seiten eine Änderung des Vertrags an, den die Rhön AG
bei der Übernahme des Klinikums mit der Stadt geschlossenen hatte - die Frist
für Investitionsverpflichtungen soll verlängert werden. Beispiel: Vertragsgemäß
sollte bis 30. Juni 2009 mit dem Umbau in Lebenstedt begonnen werden. Geschieht
dies nicht, sieht der Kontrakt derzeit Vertragsstrafen in Millionenhöhe vor.
In
Lebenstedt wird nun nicht um-, sondern neu gebaut. Investiert werden 54
Millionen Euro, drei Jahre soll der Bau der neuen Klinik dauern. Auch weil es
Verzögerungen bei der Bewilligung der Fördermittel gegeben habe, sei er bereit,
auf die vertraglich festgelegten Zahlungen zu verzichten, sagte Klingebiel. Die
Bestimmungen sollen auf den Neubau übertragen werden. Sollten die
Investitionsverpflichtungen nicht erfüllt werden, zögen sie höhere
Vertragsstrafen nach sich als momentan.
Über eine Vertragsänderung befindet der Rat. Sollte er den Vorstellungen des
Oberbürgermeisters folgen, läuft die neue Frist für den Neubau am 30. Juni 2011
aus. "Wir akzeptieren diese Verzögerung der Maßnahme", so Klingebiel. Er nennt
die Vorteile: Man bekomme eine neue Klinik und das Vorkaufsrecht für die
Flächen, auf denen das alte Krankenhaus steht, die Standortgarantie bis 2010
sowie die erklärte Bereitschaft der Rhön AG, sich "nach besten Kräften zu
bemühen", nach der Schließung der Klinik in Bad präsent zu bleiben. Möglich sei
ein medizinisches Versorgungszentrum oder ein anderes Modell. Der
Oberbürgermeister hofft "angesichts der Vorteile für Bad und die ganze Stadt"
auf breite Zustimmung im Rat. "Wir sind uns mit der Stadt einig", sagte
Brunhilde Seidel-Kwem, stellvertretender Vorstand der Rhön-Klinikum AG. Sie geht
davon aus, "dass der Vertrag bei der anstehenden Gesellschafterversammlung
geändert wird."
Die vertraglich vereinbarten Kooperationsgespräche mit dem St.
Elisabeth-Krankenhaus über eine weitere Nutzung der Gebäude in Bad seien
ergebnislos verlaufen, so Klingebiel. Verantwortliche von St. Elisabeth hätten
ihm gegenüber erklärt, dass sie den aktuellen Standort und dessen Ausbau
vorzögen. Klingebiel: "Ich bin sicher, dass sich das Engagement von Rhön nach
2010 nicht zu einer Konkurrenz des St. Elisabeth-Krankenhauses entwickeln wird."
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