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Salzgitter Zeitung - 13.06.2008 - Peter
Gamauf
Klinikum: Gute Zensur fürs Essen
Patienten verteilen Gesamtnote 1,8 -
Geschäftsführer: Anlaufschwierigkeiten im Wesentlichen behoben
SALZGITTER. Wenn es um das Thema Essen geht, erhält das Klinikum
Salzgitter gute Zensuren. Bei einer repräsentativen Umfrage hätten die Patienten
im April die Gesamtnote 1,8 vergeben, sagt Klinikum-Geschäftsführer Markus
Weinland - eine noch bessere als im Vorjahr.
Momentaufnahme: Vorgestern gab es Nudeln mit Tomatensoße, und Annemarie
Steinberg, im Klinikum Bad am Knie operiert, hat sie genossen. In den ersten
Tagen, sagt die 80-Jährige, habe es ihr nicht so gut geschmeckt, "aber das lag
auch daran, dass ich zu viele Tabletten nehmen musste" - der Magen. Das
Schwarzbrot sei zu hart gewesen, aber sonst sei sie zufrieden. Das Personal sei
auch sehr freundlich.
Umfragen sind Standard
Markus Weinland spricht von einem "guten Niveau", auf der die Zufriedenheit
der Patienten angesiedelt sei. Auf aktuelle Beschwerden oder kritische
Leserbriefe sei die Aktion nicht zurückzuführen. "Regelmäßige Umfragen sind
Standard und helfen, die Qualität zu sichern", sagt er.
Der
Geschäftsführer macht kein Geheimnis daraus, dass es 2007 nach der Umstellung
auf ein neues Versorgungsverfahren Anlaufschwierigkeiten gegeben habe. Damals
habe es mehr Beschwerden als sonst gegeben. Hintergrund: Nach der Schließung der
Küche in Lebenstedt (Weinland: "Sie entsprach nicht mehr modernen Ansprüchen")
wurde nur noch in Bad frisch gekocht - für beide Häuser.
Schellfisch im Angebot: Küchenchefin Christin Nebel und Betriebsleiter Jaques
Renz bereiten das Essen im Klinikum Salzgitter-Bad vor. Foto: Peter Gamauf
Ein Dienstleister, die RK Catering Nord (Tochterunternehmen der Rhön-Klinikum
AG) wurde parallel beauftragt, Essen an beiden Standorten anzubieten. Etwa
zwei Drittel aller Speisen werden heute vorgefertigt geliefert und dann fertig
gegart. Der Rest wird frisch gekocht.
Probleme in der ersten Umstellungsphase: Beim Garungsprozess habe teilweise die
Temperatur nicht gestimmt. Und: Brötchen waren hart und trocken, weil sie
mitgekühlt worden seien. Inzwischen würden sie extra serviert, "damit sie wie
vom Bäcker schmecken". Heute seien die Schwierigkeiten, die es bis Jahresende
gegeben habe, im Wesentlichen behoben, sagt Weinland. Immerhin: Die
Patientenbefragung 2007, die die Note 1,95 brachte, fand in jener kritischen
Phase statt. "Wir nehmen jede Beschwerde ernst, weil wir eine ansprechende
Qualität anbieten wollen", sagt Weinland, "das aktuelle Ergebnis zeigt, dass wir
Erfolg hatten."
"In der Klinik wartet man auf die Visite und das Essen", betont
Pflegedienstleiter Ralf Maly, Zufriedenheit mit dem kulinarischen Angebot
steigere das Wohlbefinden. Harry Gross, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit am
Klinikum, sagt: "Jeder, der etwas auszusetzen hat, bekommt auch eine Antwort.
Aber wo es Großküchen gibt, sind Beschwerden zu einem gewissen Teil normal."
800 000 Euro investiert
2007 seien 800 000 Euro in die Küchenausstattung investiert worden, sagt
Weinland. "Das Essen kommt übrigens nicht aus Jena", korrigiert er eine des
öfteren geäußerte Meinung. Die Tochterfirma Catering Nord habe früher in
Hauptsitz in Jena gehabt. Sie sei nun in Bad Neustadt zu Hause.
FAKTEN
Die Note 1,8 für das Essen resultiert aus einer 1,6 für
Lebenstedt und einer 2,0 für Bad - 201 Patienten wurden befragt. Einige
Kriterien: Geschmack, Temperatur, Menge, Auswahl, Pünktlichkeit und
Freundlichkeit der Mitarbeiter.
Im September 2007 wurden 141 Patienten befragt. Gesamtnote: 1,95 (Lebenstedt
1,9; Bad 2,0).
Etwa 8100 Essen werden im Klinikum pro Quartal verteilt. Nach Angaben der Klinik
gebe es im gleichen Zeitraum etwa 10 bis 15 Beschwerden.
Ein Drittelder Speisen wird frisch gekocht, zum Beispiel Eintöpfe und Beilagen -
auch im neu entstehenden Klinikum in Lebenstedt.
Der Anteil an frischer Kost werde in Zukunft eher steigen, sagt Uwe Dwinger,
Koch und Prokurist der Firma RK Catering Nord.
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