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Salzgitter-Zeitung - 14.06.2008 - Peter Gamauf

Feinschmecker auch in der Klinik

Essen im Blickpunkt

Wer schon einmal längere Zeit im Krankenhaus zubringen musste, wird es wissen: Das tägliche Leben hält dort zwei Höhepunkte bereit - die Visite und das Essen. Wo es genügend zu essen gibt, geht es bei der Nahrungsaufnahme nicht ums Überleben, sondern darum, das Wohlbefinden zu steigern. Deshalb bleiben wir, wenn es unser Allgemeinzustand zulässt, in der Klinik das, was wir zu Hause sind: Feinschmecker nämlich.

Dass die Messlatte der Erwartungen hoch liegt, wissen auch die Verantwortlichen des Klinikums Salzgitter. Die letzte Höhe wurde im April recht elegant gemeistert: Bei einer Befragung zum Thema Essen verteilten die Patienten mit der Gesamtnote 1,8 eine bessere Zensur als im September vergangenen Jahres. Damals hatte die Zahl der Beschwerden zugenommen - die Systemumstellung nach der Schließung der Küche in Lebenstedt sorgte für Schwierigkeiten, die nun weitgehend beseitigt sein sollen.

Es ist gut, dass die Klinikleitung mit diesen Dingen offen umgeht. Ihr ist bewusst, dass Essen und Trinken nicht nur den Leib, sondern bekanntlich auch die Seele zusammenhalten. Qualität ist deshalb oberstes Gebot der Verantwortlichen, Beschwerden der Patienten werden ernst genommen.

Menü 1, Menü 2, vegetarisch, Schonkost, Nachtisch und so weiter: Patienten dürfen heute wählerischer sein als vor einigen Jahrzehnten. Ehrliche Kritik am Essen ist erlaubt, sie kann hilfreich sein.

Manche Patienten müssen aber auch daran erinnert werden, dass eine Großküche kein Vier-Sterne-Restaurant ist. Futtern wie bei Muttern: Das ist dann ein weiterer Höhepunkt - nach der Genesung, zu der die Mitarbeiter der Küche ihren Teil beitragen wollen.

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