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Salzgitter Zeitung - Braunschweiger Land - 19.11.2008 -
von den Lokalredaktionen
"Krankenstand ist so hoch wie nie"
REGION
Klinik-Personal macht auf Finanznot aufmerksam - Beispiel Peine: 12000
Pflege-Überstunden
"Bildunterschrift:
Aktive Mittagspause" im Klinikum in Peine: Pflegedirektor Norbert Stein (links)
und zahlreiche Mitarbeiter demonstrieren für eine ausreichende Finanzierung der
Gesundheitsversorgung. Foto: Kristina Schlegel
Mit einer "Aktiven Mittagspause" haben Krankenhaus-Mitarbeiter gestern
bundesweit für eine bessere Finanzausstattung demonstriert. Protestaktionen gab
es auch in unserer Region.
Trotz der vom Bundeskabinett verabreichten Finanzspritze in Höhe von
3,2Milliarden Euro klaffe eine Finanzlücke von 6,7Milliarden Euro, rechnete das
Aktionsbündnis "Rettung der Krankenhäuser" vor.
Die regionalen Protestaktionen in der Übersicht:
Peine
Unzählige Deckel schepperten auf dem Fußboden des Peiner Klinikums. Der (Finanz-)Deckel
muss weg, lautete die Ansage der rund 70 protestierenden Mitarbeiter. Die
stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Gabi Sukopp prangerte "12000
Pflege-Überstunden" an.
Wolfenbüttel
Im Städtischen Klinikum forderten 130 Mitarbeiter die Refinanzierung des
Tarifabschlusses in voller Höhe. Dem Klinikum entstünden dadurch jährlich
1,8Millionen Euro Mehrkosten, die nur zur Hälfte gedeckelt seien. In der Pflege
sei der Krankenstand so hoch wie nie. "Jeder fünfte Beschäftigte ist an der
Grenze seiner Kräfte", sagte Betriebsratschef Frank Herbst.
Braunschweig
Mehr als 300 Mitarbeiter des Städtischen Klinikums, des Marienstifts, des
St.-Vinzenz-Krankenhauses und des Herzogin-Elisabeth-Hospitals demonstrierten
gegen unzureichende Finanzierung. Klinikumssprecherin Marion Lenz sagte: "Die
Kollegen haben kein Verständnis dafür, dass die Bundesregierung die
Automobilindustrie fördern will, aber dem Arbeitsplatzabbau in Krankenhäusern
zusieht."
Wolfsburg
Die Krankenhäuser stünden am Rand der wirtschaftlichen Existenz", sagte Erster
Stadtrat Klaus Mohrs bei der Demonstration am Klinikum Wolfsburg.
Salzgitter
Vor dem Elisabeth-Krankenhaus in Salzgitter-Bad wurden Besucher informiert. 40
der 240 Mitarbeiter beteiligten sich an der Aktion.
Helmstedt
100 Mitarbeiter des Awo-Psychiatriezentrums Königslutter unterstützten eine
Demonstration vor dem Kreiskrankenhaus St.Marienberg in Helmstedt.
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