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Salzgitter Zeitung - 28.11.2008 - Peter Gamauf

Für Gesundheit ist es nie zu spät

60 Besucher: Podiumsdiskussion mit sechs Ärzten beendet Aktionswoche des Klinikums Salzgitter

SALZGITTER-BAD. Bewegung, Begegnung, Vorsorgeuntersuchungen: Das sind Grundbausteine, die Menschen helfen können, gesund älter zu werden und dann möglichst lange gesund zu bleiben.
 
Darin waren sich die Teilnehmer der Podiumsdiskussion einig, zu der das Klinikum Salzgitter zum Abschluss seiner Gesundheitswoche eingeladen hatte. Rund 60, teilweise überaus fragelustige, Besucher hatten sich im Ratskeller eingefunden, um sich Rat von sechs Ärzten zu holen. Das Thema: Gesundheit im Alter - was kann die Medizin heute?

Möglichkeiten der Schmerztherapie, der operativen Behandlung von Inkontinenz, was bezahlt die Kasse, was zahlt sie nicht? Das Podium streifte viele Aspekte, leicht politisch wurde es nur am Rande.


Bild: Auf dem Podium (von links): Dr. Gero Falkenstein, Dr. Andreas Strauss, Dr. Thomas Wachtel, Dr. Matthias K. Wiemer, Moderator Norbert Maas, Dr. Joachim Dembowski, Hansgeorg Schucht, Professor Ernst R. Kuse. Foto: Jörg Scheibe

Dass es nie zu spät ist, sich um Lebensqualität zu kümmern, machte Hansgeorg Schucht, Mitglied im Seniorenbeirat, schon zu Beginn deutlich: "Schlimm ist es, wenn jemand vereinsamt und nicht vom Sofa herunterkommt", sagte er. Moderator Norbert Maas knüpfte vor der Schlussrunde daran an, als er von den Ärzten nach vielen allgemeinverständlichen, aber auch spezielleren Ausführungen "nicht professorale Lebenshilfe" einforderte.


Auf dem Podium (von links): Dr. Gero Falkenstein, Dr. Andreas Strauss, Dr. Thomas Wachtel, Dr. Matthias K. Wiemer, Moderator Norbert Maas, Dr. Joachim Dembowski, Hansgeorg Schucht, Professor Ernst R. Kuse. Foto: Jörg Scheibe

Und die gab es dann. Professor Ernst R. Kuse, Chefarzt Anästhesie und Intensivmedizin, brachte es als erster auf den Punkt: "Bewegung und Vorsorge machen eine Menge aus." Dr. Joachim Dembowski, Chefarzt der Urologie sagte: "Haben Sie den Mut, Krankheitszeichen ernst zu nehmen, holen Sie sich ärztlichen Rat. Nur 14 Prozent der Männer gehen zu Vorsorgeuntersuchungen." Ebenfalls mehr Interesse an Prävention wünscht sich Frauenklinik-Chefarzt Dr. Matthias K. Wiemer. "Nur 47 Prozent aller Frauen in Deutschland nehmen Vorsorgeuntersuchungen wahr." Werde Brustkrebs früh erkannt, gebe es eine 100-prozentige Heilungschance.
 
"Kommen Sie nicht zu spät", riet auch Dr. Thomas Wachtel, Chefarzt Orthopädische Chirurgie, "Sie glauben gar nicht, was Sie mit künstlichen Gelenken noch alles anfangen können." Bewegung und Prävention sind auch für Dr. Andreas Strauss, Chefarzt der Inneren Medizin, das A und O - "und lernen Sie, die Sprache Ihres Körpers zu verstehen".
 
"Leben Sie gesund und bewusst, genießen Sie", meinte Dr. Gero Falkenstein. Der Oberarzt der Inneren Medizin hatte noch eine sehr praktische Gebrauchsanweisung parat: "Gehen Sie mal zu Ihrer Krankenkasse und fragen Sie nach deren Vorsorgeprogramm. Und dann fordern sie das bei ihrem Arzt ein."
 
Eine gute Therapie benötigt eine optimale Diagnose: Die Möglichkeiten dafür sollen 2009 am Klinikum noch besser werden. Weil sich dort dann ein Neurochirurg niederlässt, können Patienten künftig von ihm und parallel von Orthopäden und Schmerztherapeuten "durchdiagnostiziert" werden, so Thomas Wachtel.
 
"Mehr als 300 Besucher kamen an drei Tagen zu den medizinischen Vorträgen", zeigte sich Harry Gross, Sprecher des Klinikums mit der Resonanz auf die Gesundheitswoche sehr zufrieden.

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