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Salzgitter Zeitung - 19.03.2009 - Luitgard
Heissenberg
Eine Behörde für Landkreise und Stadt
SALZGITTER Nachbarn
Salzgitter, Wolfenbüttel und Goslar legen Gesundheits- und Veterinärämter
zusammen
Seit Monaten wird im Braunschweiger Land die Regionsdebatte geführt - die
Landkreise Goslar und Wolfenbüttel sowie die Stadt Salzgitter starten nun
konkret mit der engen Zusammenarbeit.
Eine gemeinsame Behörde für Verbraucherschutz, Veterinärwesen und Gesundheit
soll Anfang 2010 in Salzgitter-Bad ihren Dienst aufnehmen. Der Ort liegt für
alle Beteiligten zentral, genutzt wird eventuell zum Teil das Krankenhaus, das
vor der Schließung steht. Es soll in Wolfenbüttel und Goslar aber weiterhin
Anlaufstellen für die Bürger geben. "Für sie wird es keinerlei Abstriche geben",
verspricht Wolfenbüttels Landrat Jörg Röhmann (SPD).
Seit 2004
diskutieren die Nachbarn über engere Kooperation. Sinkende Einwohnerzahlen und
steigende Kosten sollen aufgefangen werden. Salzgitter und Wolfenbüttel
betreiben bereits gemeinsam das Veterinäramt, und Salzgitters Feuerwehr rückt zu
Einsätzen im Landkreis aus. Wolfenbüttel betreibt mit Goslar eine
Biokompostanlage.
Foto: Salzgitters Amtsarzt Stefan Müller-Dechent impft Jessica Fröhlich im
Gesundheitsamt gegen Influenza. Foto: Archiv
Salzgitters Oberbürgermeister Frank Klingebiel (CDU) lehnt die Regionspläne
seines Braunschweiger Amtskollegen Gert Hoffmann ab: "Ich bin gegen ein
übergroßes Gebilde, gegen die Abschaffung der Kreise und die Herabstufung der
kreisfreien Städte. Doch ich war nie gegen regionale Zusammenarbeit, wenn sie
Vorteile bringt."
Befürworter der großen Regionslösung bewerteten das Fusionsvorhaben als
prinzipiell richtig, die regionsweit notwendige Verwaltungsreform sei damit aber
nicht abgearbeitet. Hoffmann selbst, der Impulsgeber der Regionsdebatte, wollte
keinen Kommentar dazu abgeben.
Im Fall der neuen Behörde rechnen die Beteiligten mit einer fünfprozentigen
Einsparung bei Personal- und Sachkosten. Stadt und beide Kreise haben heute
zusammen 115 Stellen in den Ämtern.
Zudem erwarten sie eine qualitative Verstärkung. Röhmann: "Das Veterinärwesen
ist gut aufgestellt. Doch in Krisen kämen wir schnell an unsere
Leistungsgrenzen. Die Zusammenlegung macht uns professioneller." Goslars Landrat
Stephan Manke (SPD) ergänzt, dass es heute zum Teil schwierig sei, die
Facharztstellen zu besetzen.
Wenn die politischen Gremien der drei Partner zustimmen, soll ein
Beratungsunternehmen bis Ende Juni ein Konzept für die Fusion vorlegen. Das
müssen Rat und Kreistage beschließen. Beim Land werden Zuschüsse für die 36000
Euro teure Untersuchung beantragt.
Die neue Behörde ist für die drei Verwaltungschefs nur ein erster Schritt. Wird
die Zusammenarbeit ein Erfolg, könnten weitere folgen.
FAKTEN
Die neue Gesundheitsbehörde 2010 sollen die Verwaltungen der
Verbraucherschutz-, Veterinär- und Gesundheitsämter der Landkreise Goslar und
Wolfenbüttel sowie der Stadt Salzgitter in Salzgitter-Bad zusammengelegt werden.
Für direkte Bürgerkontakte soll es weiter Anlaufstellen vor Ort geben.
Vorteile: Kosten- und Personalersparnis, Nutzung der besten Verfahren,
mehr Sicherheit für die Bürger, effektiver Notdienst, Tierseuchenzentrum kann
eingerichtet werden.
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