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Salzgitter Zeitung - 06.06.2009 - Peter Gamauf
Klinikum baut 46 Arbeitsplätze ab
Standorte werden zusammengelegt - Geschäftsleitung:
Nach sozialverträglichen Lösungen suchen
SALZGITTER. Am Klinikum Salzgitter werden innerhalb des nächsten Jahres 46
Vollzeit-Arbeitsplätze abgebaut. Darüber informierte Geschäftsführer Martin
Menger die Mitarbeiter des Krankenhauses während einer Betriebsversammlung in
dieser Woche.
Grund für die Stellenstreichung ist laut Geschäftsführung die Zusammenlegung der
Standorte Bad und Lebenstedt - im Herbst 2010 geht der Neubau des Klinikums in
Betrieb. "Zurzeit haben wir 15 Stationen mit je 22 Betten, im Neubau werden es
acht Stationen mit je 38 Betten sein", erläuterte Menger im Gespräch mit der SZ.
Doppeldienste seien zum Beispiel in den Sektoren Röntgen, Operationen und
Nachtwachen künftig nicht mehr nötig, Arbeitsabläufe könnten besser organisiert
werden. Bisher gibt es zehn Operationssäle, im neuen Klinikum sind es noch
sieben.
Der Rhön-Konzern setze auf sozialverträgliche Lösungen, dazu habe man nun ein
Jahr Zeit, so Menger. "Ich bin fest davon überzeugt, dass wir ohne
betriebsbedingte Kündigungen auskommen", sagte der Geschäftsführer. Gemeinsam
mit dem Betriebsrat werde nach Alternativen für betroffene Mitarbeiter gesucht.
"Ich bin davon
überzeugt, dass wir ohne betriebsbedingte Kündigungen auskommen."
Geschäftsführer Martin Menger
"Das Angebot von zehn Arbeitsplätzen in benachbarten Kliniken des Hauses halte
ich für realistisch", so Menger. Weiter im Gespräch sind Teilzeit- und
Vorruhestandsregelungen, Weiterbildungs- und Umschulungsmaßnahmen sowie
freiwillige Reduzierungen der Arbeitszeit. Die 100 Ausbildungsplätze blieben
erhalten.
Menger bezeichnete die Stimmung während der Betriebsversammlung als "sachlich
und solide". Als "ruhig und gefasst" charakterisierte Betriebsratsvorsitzender
Holger Danke die Gemütslage der Belegschaft. "Wir hatten gehofft, dass es anders
geht, aber es gibt keinen, der damit nicht gerechnet hat", sagte Danke. Die
Entscheidung sei praktisch 2004 mit dem Beschluss gefallen, die Standorte
zusammenzuführen.
"Die Zahlen sind auf dem Tisch. Wir beschäftigen uns sachlich mit der Lage.
Jetzt gilt es, das Beste daraus zu machen ", sagte Danke vor den anstehenden
Interessens- und Sozialplanverhandlungen.
22 Stellen werden im Pflegebereich und bei Funktionsdiensten (Operation und
Anästhesie) abgebaut. Elf Mitarbeiter im Pflegedienst seien älter als 57 Jahre,
so Danke. "Ich denke, dass das Interesse an vernünftigen Vorruhestandsregelungen
groß ist", sagte er, " wir müssen sehen, was die Kollegen wollen. Wir stehen
erst am Anfang." Danke wies darauf hin, dass mehr als 46 Menschen ihre Arbeit
verlieren könnten, falls auch Teilzeitkräfte vom Abbau der Vollzeit-Stellen
betroffen seien.
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