Nein zur Schließung, Ja zum Klinikum SZ-Bad

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Salzgitter Zeitung - 06.06.2009 - Peter Gamauf

Hoffentlich stimmt die Rechnung

Am Klinikum werden 46 Arbeitsplätze abgebaut - Kühle Kalkulationen ersetzen Zuwendung nicht

"Das städtische Klinikum in Bad wird dicht gemacht, vermutlich bis 2007. Das hat gestern Abend im Rat eine breite Mehrheit aus SPD- und CDU-Politikern beschlossen." Dies berichtete die SZ am 25. September 2003.
 
Fast sechs Jahre später hält die Stadt nur noch einen winzigen Anteil am ehemals verschuldeten Unternehmen. Der neue Besitzer, die Rhön AG, baut ein neues modernes Klinikum in Lebenstedt. Die Qualität wird durch zusätzliche Angebote gesteigert, von denen sich die Leitung sogar mehr Arbeitsplätze verspricht. So weit, so gut? Nein, denn weil 2010 der Standort Süd aufgegeben wird und alles neu strukturiert unter ein Dach kommt, werden nun nach Kalkulation der Klinik 46 Vollzeit-Arbeitsplätze überflüssig.

Wer seine Arbeit verliert, steht noch nicht fest. Mehr als 46 Beschäftigte bangen deshalb zurzeit um ihre Arbeit. Man hat gehofft, dass es anders geht, aber es war klar, dass im Fall einer Zusammenlegung Stellen abgebaut werden. Der Betriebsrat stellt dies mit flauem Gefühl, aber nüchtern fest - und macht sich an die Arbeit.

Die Klagen von Patienten über Mangel an Personal waren in den vergangenen Jahren nicht zu überhören. Nun wird erneut an dieser sensiblen Stellschraube gedreht, besser organisierte Arbeitsabläufe sollen von weniger Beschäftigten bewältigt werden. Allerdings: Kühle Kalkulationen haben noch nie die Zuwendung ersetzt, die Patienten in schwierigen Lebensphasen brauchen. Zu eng bemessene Personaldecken schaden nicht nur ihnen, sondern auch den Mitarbeitern. Bleibt zu hoffen, dass die Rechnung der Klinik stimmt.

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