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Salzgitter Zeitung - Braunschweig - 13.08.2009 -
Ralph-Herbert Meyer
Städtisches Klinikum bietet für Helmstedter
Kreiskrankenhaus
Frankfurter Unternehmensberater hat nach
europaweiter Ausschreibung rund ein Dutzend Angebote gesammelt
Niemand will offiziell etwas sagen. Die Interessenten mussten sich zur
Verschwiegenheit verpflichten. Dennoch sickert durch: Das städtische Klinikum
will das Helmstedter Kreiskrankenhaus übernehmen und bietet mit.
Die Unterlagen mit ihrem Gebot haben die Braunschweiger nach Frankfurt geschickt
zum Unternehmensberater PricewaterhouseCoopers (PwC). Denn die Firma wickelt
mittlerweile das so genannte Interessenbekundungsverfahren für den
hochverschuldeten Landkreis Helmstedt ab.
Am 25. September will PricewaterhouseCoopers den Kreistag Helmstedt über die
Ergebnisse des Verfahrens informieren. Offen ist, ob der Berater bereits eine
Bewertung der Angebote vornimmt oder zunächst wertneutral die eingegangenen
Unterlagen vorstellt.
Gefordert war nicht nur ein finanzielles Gebot, sondern auch eine
Zukunftsplanung für das Haus in Helmstedt in Bezug auf Personal und Sanierung.
Kaufpreis allein wird nicht über Zuschlag entscheiden
Der Kaufpreis, der bei rund 20Millionen Euro liegen könnte, ist also nicht
allein entscheidend. Der Zuschlag wird für das kommende Jahr erwartet.
Nach BZ-Informationen musste PricewaterhouseCoopers, anders als vom Landkreis
Helmstedt geplant, europaweit ausschreiben. Das städtische Klinikum hat danach
rund ein Dutzend Rivalen für die Übernahme des defizitären Krankenhauses. Das
prognostierte Minus liegt bei 2,1Millionen Euro bis 2011.
Unter den Bietern sollen sich auch die Wolfsburger Klinik und die Röhn-Klinikum
AG befinden. Neben kommunalen und privaten Bietern soll es auch gemeinnützige
Institutionen wie die die Arbeiterwohlfahrt (Awo) geben, die Interesse daran
haben, das Kreiskrankenhaus Helmstedt zu betreiben. Die Awo hat bereits das
Landeskrankenhauses Königslutter übernommen.
Vor allem, weil bereits Salzgitter und Gifhorn an das Privatunternehmen
Röhn-Klinikum ging, wird Braunschweig ein attraktives Gebot abgegeben haben,
vermuten Experten.
Viele gute Argumente für Braunschweig
Mit der Übernahme würde das Klinikum sein Einzugsgebiet vergrößern und mehr
Patienten behandeln können. Positiv weiter: Helmstedt ist einer der größte
Standorte im Land für Schlafmedizin.
Darum hat Braunschweig gute Aussichten:
Zwischen dem städtischen Klinikum und dem Kreiskrankenhaus Helmstedt existiert
schon seit einigen Jahren eine funktionierende Partnerschaft. Die Helmstedter
erhalten bereits Unterstützung bei der Verwaltung. Eine reibungslose Übernahme
ohne Anlaufschwierigkeiten wäre möglich.
In einem kommunalen Konzern aus Klinikum und Kreiskrankenhaus ließen sich
personelle Veränderungen schnell, für die Mitarbeiter verträglich und
kostenneutral realisieren.
Durch die enge Nachbarschaft ließen sich insbesondere beim Einkauf erhebliche
Kosten sparen.
Das städtische Klinikum hat im vergangenen Jahr einen Überschuss von 4,5
Millionen Euro erwirtschaftet und kann die notwendigen Sanierungen im
Helmstedter Kreiskrankenhaus finanzieren.
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