|
Home
neueste Nachrichten
Terminkalender
Konzepte
Verwaltung
und Politik
Bürgerbegehren
Daten Fakten Ergebnisse
Presseberichte
Lesermeinungen
Meinungen zur
Lage
Gästebuch
Impressum
Links
| |
zurück zur Übersicht Presseberichte
Salzgitter Zeitung - 30.09.2009 - Ingo Kugenbuch
Frühchenstation wird verkleinert
Kinderklinik bleibt erhalten, aber besonders leichte
Frühgeborene dürfen nicht mehr behandelt werden
LEBENSTEDT. Besonders leichte Frühchen werden zukünftig nicht mehr im
Lebenstedter Klinikum behandelt. Die Versorgung von Frühgeborenen mit mehr als
1500Gramm Geburtsgewicht bleibt jedoch erhalten.
"Durch die Beschlüsse des Gemeinsamen Bundesausschusses sind uns die Hände
gebunden", sagt Geschäftsführer Martin Menger. Dieser Ausschuss besteht aus
Vertretern von Ärzteschaft, Krankenkassen und Kliniken und ist das höchste
Gremium der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen.
Er hat beschlossen, dass ab Oktober 2010 nur noch Kliniken mit mehr als
14kleinen Patienten zwischen 1250 und 1499 Gramm ("Level2") diese Behandlung
auch bezahlt bekommen. In Lebenstedt waren es dieses Jahr bislang 2. Von den
größeren Babys werden hier 60 bis 70 im Jahr behandelt.
Die
Frühchenstation soll deshalb verkleinert werden: Statt - wie bisher - acht hat
sie im Klinikneubau nur noch vier Beatmungsplätze. Angesichts von im
Durchschnitt nur 1,5beatmeten Kindern sollte das ausreichen, so Menger. "Wir
müssen uns aber auch über eine Personalanpassung unterhalten", sagt der
Geschäftsführer. Von den 13 Kinderärzten und 30 Kinderkrankenschwestern werden
"4, 5 oder 6" ihre Stelle verlieren, so Menger.
Foto: Bernward Comes:
Babys wie Grace (mit Tanja Lüning) werden auch in Zukunft weiterhin im Klinikum
versorgt. Sie kam mit 1900 Gramm Geburtsgewicht zur Welt. Jetzt ist Grace zwei
Wochen alt und wiegt 2140 Gramm.
Wer weiß, dass sein Kind als sehr leichtes Frühchen zur Welt kommt, wird künftig
nach Braunschweig oder Hildesheim ausweichen - dort können auch Babys mit
weniger als 1250 Gramm behandelt werden. "Aber wenn hier jetzt solch ein
Frühchen geboren wird, werden wir es natürlich trotzdem notfallmäßig versorgen",
sagt Menger.
Matthias Leben, Chefarzt der Kinderklinik, hofft auf eine niedersachsenweite
Ausnahmeregelung, die dem Krankenhaus auch weiterhin die Behandlung von
Level-2-Kindern erlaubt. "Allerdings wäre es auch hinnehmbar, auf diese zwei
oder drei Kinder zu verzichten, wenn es uns gelingt, dass die anderen
Neugeborenen weiterhin hier behandelt werden können."
Für die Sonderregelung setzt sich sowohl Oberbürgermeister Frank Klingebiel wie
auch der SPD-Landtagsabgeordnete Stefan Klein im niedersächsischen
Sozialministerium ein. "Wir kämpfen um die Kinderklinik mit der
Frühchenversorgung", sagt Klingebiel.
Für die Level-2-Ausnahmeregelung sei aber eine triftige Begründung nötig. Eine
Möglichkeit sei etwa, das Klinikum zu einem Schwerpunktkrankenhaus für eine
größere Region bis hin zum Südharz auszubauen. "Wir müssen den Antrag so
formulieren, dass er erfolgreich ist", sagt Klein, "und das wird schwierig."
zum Seitenanfang
|