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Salzgitter Zeitung - 13.11.2009 - Luitgard Heissenberg

Patienten ziehen an einem Tag um

Planung für Einzug der Kliniken in Neubau hat begonnen - Alte medizinische Geräte werden verschenkt

LEBENSTEDT. Umzugsstress kennt beinahe jeder. Was kann weg, was muss mit? Wie viele Kartons sind nötig? Wer packt mit an? Müssen neue Möbel gekauft werden? Ständig zehren neue Überraschungen an den Nerven.

Joachim Seemann behält die Nerven. Er ist Umzugsprofi für die ganz großen Projekte. Seine Firma, "Die3" aus Rostock, hat bisher 40Krankenhausumzüge abgewickelt. Mit seinem Kollegen Clint Krenske klappert er seit fünf Wochen die 2500 Räume der Rhön-Kliniken in Lebenstedt und Salzgitter-Bad ab. "60Kilometer täglich dürften es sein", schätzt Seemann.

Immer dabei eine Rolle mit Aufklebern. Jeder hat einen Strichcode, der dabei hilft, die Menge und Größe von Möbeln und Geräten zu erfassen und später den neuen Räumen zuzuordnen. Selbst Medikamente und Verbandsmaterial werden erfasst. Die Männer schätzen, dass sie am Ende 10000 Gegenstände beklebt haben werden.

Bild: Joachim Seemann (links) und Clint Krenske zeichnen die Krankenhausmöbel für den anstehenden Umzug aus.

Foto: Bernward Comes

Nichts soll durcheinander geraten bei der Zusammenlegung der beiden Krankenhäuser am neuen Standort an der Kattowitzer Straße. Ohne genaue Planung würde das Chaos ausbrechen, wenn im November nächsten Jahres etwa 150 Lastwagen-Ladungen bewegt werden.

Seemann spendiert dem Klinikum Salzgitter ein Kompliment: "Ich habe schon viele Krankenhäuser gesehen, von diesem bin ich angenehm überrascht. Man denkt oft, man ist in einem Wohnzimmer." Er nimmt uns ins Schlepptau. Es geht über das Außengelände in die Frauenklinik. Pritsche und Untersuchungsstuhl sind fröhlich gelb statt trist grau.

Diese neuen Möbel ziehen um. "Die meisten Betten aber schaffen wir neu an. Die Nachtschränke auch, in jeden wird ein Fernseher integriert", sagt Marc Tovote, Technischer Leiter am Klinikum. Die Operationssäle und Intensivstationen bekommen neue Geräte. "Die alten, sofern sie noch einwandfrei funktionieren, werden wir in ärmere Länder verschenken", kündigt Geschäftsführer Ronald Gudath an. Die größten Anlagen, wie Röntgen und CT, werden von den Herstellern selbst ab- und aufgebaut. So kann in der Umzugsphase teilweise im Alt- und im Neubau operiert werden. "Wir machen das Krankenhaus nicht dicht", so Gudath, "die Patienten werden kaum etwas mitbekommen. Sie ziehen an einem Tag um."

Neubau des Klinikums Salzgitter 360-Bettenhaus
mit Facharztzentrum südlich des vorhandenen Krankenhauses in Lebenstedt.

Altbau in Lebenstedt,
zum Teil älter als 50 Jahre, wird weitgehend abgerissen. Bettenhaus bleibt stehen. Dort ziehen Verwaltung, Labor, Pflegeschule und Facharztzentrum ein.

Klinikum Salzgitter-Bad
wird weiter genutzt für Gesundheitscampus mit Arztpraxen, Hospiz sowie Gesundheits- und Veterinäramt.

Investition:
54Millionen Euro in Lebenstedt, 5Millionen in Bad.
 

 24.September 2003:
Rat entscheidet, Klinikum Salzgitter-Bad aufzugeben.

Januar 2005:
Rhön-Klinikum AG übernimmt städtisches Klinikum zu 94,9Prozent, Stadt behält 5,1Prozent.

Januar 2007:
Land bewilligt 19Millionen Euro für Umbau und Erweiterung zu einhäusigem Krankenhaus.

Mai 2008:
Erster Spatenstich für den Neubau.

6. November 2010:
Umzugstag für die Patienten des Klinikums, restlicher Umzug beginnt eine Woche früher und dauert zwei Wochen.

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