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Braunschweiger Zeitung - 26.11.2009 - Von Bettina Thoenes und Cornelia Steiner

In Braunschweiger Krankenhäusern fehlen Ärzte
Mangel an Internisten, Narkoseärzten, Chirurgen
BRAUNSCHWEIG. Patienten müssen in Krankenhäusern in immer kürzerer Zeit behandelt werden. Die Belastung für alle Mitarbeiter ist hoch - und sie steigt, weil Ärzte fehlen. Fast alle Kliniken kennen dieses Problem: Freie Stellen bleiben oft monatelang unbesetzt.

Längst sind die Zeiten vorbei, als Kliniken aus einer großen Zahl an Bewerbern auswählen konnten. Stattdessen suchen sie händeringend, aber oft vergebens. So hat das Klinikum Braunschweig im vergangenen Jahr 280 000 Euro für Stellenanzeigen ausgegeben - mehr als doppelt so viel wie vor zwei Jahren. "Und meistens suchen wir Mediziner", sagt der Ärztliche Direktor Professor Horst Peter Kierdorf. "Auf die letzte Anzeige meldeten sich zwei Bewerber." Dass einer davon passte, sei Glück gewesen.

Noch schwieriger als in den Städten ist es auf dem Land, Ärzte zu finden. So fehlen im Kreiskrankenhaus Helmstedt unter anderem Radiologen. Damit die Versorgung der Patienten nicht darunter leidet, hat das Krankenhaus einen Kooperationsvertrag abgeschlossen. "Wir schicken alle Röntgenaufnahmen, die wir nachts machen, nach Braunschweig, damit dort ein Befund erstellt wird", sagt Direktor Reinhard Ebeling. Andere Häuser, etwa das Braunschweiger Herzogin-Elisabeth-Hospital, schalten Leiharbeitsfirmen ein, wenn Stellen längere Zeit unbesetzt bleiben.

Auch privat betriebene Häuser wie das Kreiskrankenhaus Gifhorn, das zur Rhön-AG gehört, bekommen den Ärztemangel zu spüren. "Es gelingt uns kaum noch, Stellen nahtlos nachzubesetzen. Vor allem bei Assistenzärzten kann es drei Monate dauern, bevor wir einen Nachfolger bekommen", sagt Geschäftsführer Dieter Kaffke. Bis vor einigen Jahren hätten sich auf eine Stellenanzeige sehr viele Bewerber gemeldet - heute seien es im Schnitt fünf, höchstens zehn.

Die meisten Krankenhäuser bemühen sich, den Beruf attraktiver zu machen. "Assistenzärzte, die von der Uni kommen, erwarten zum Beispiel eine intensive Weiterbildung. Die müssen wir ihnen bieten", sagt Robert Riefenstahl, Geschäftsführer der Asklepios-Harzkliniken. Einige Häuser setzen verstärkt auf familienfreundlichere Arbeitszeiten. Das Wolfsburger Klinikum hat einen Kindergarten vor Ort. Andere entlasten die Ärzte von Bürokratie.
Braunschweiger Zeitung: 26. November 2009, Braunschweig Lokal, Seite 01

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