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Salzgitter Zeitung - 23.02.2010 - Ingo Kugenbuch
So wird aus zwei Kliniken eine
Donnerstag beginnt die Zusammenlegung der beiden Krankenhaus-Belegschaften
LEBENSTEDT. Fast tropisch warm ist es im dritten Stock des neuen
Krankenhauses. Die Heizung läuft auf Hochtouren, und von außen blasen
Ölheizungen heiße Luft in den Neubau, damit es durch die Kälte zu keinem
Baustopp kommt.
Die Bauarbeiten gehen also gut voran, aber was ist mit den 798 Menschen, die
derzeit noch in den beiden alten Krankenhäusern - gleich nebenan in Lebenstedt
577 und 20 Kilometer entfernt in Salzgitter-Bad 221 - arbeiten?
"Wir
müssen unsere Mitarbeiter mitnehmen", sagt Anke Lasserre, Prokuristin der
Klinikum SalzgitterGmbH. Sie koordiniert gemeinsam mit der stellvertretenden
Pflegedienstleiterin Ellen Arndt das Zusammenwachsen der beiden Häuser zu einem
- und das Zusammenwachsen zweier Teams zu einem. "Der Neubau ist eine ganz große
Chance", sagt Lasserre.
Bild: Anke Lasserre (links) und Ellen Arndt - vor einem Schwesternstützpunkt im
Klinik-Neubau- koordinieren die Verschmelzung der beiden Klinik-Belegschaften.
Ihr Motto: "Wir ziehen zusammen". Foto: Bernward Comes
Aber er ist auch mit Ängsten in der Belegschaft verbunden. "Die Teamgestaltung
ist die größte Herausforderung", sagt Arndt. "Die Mitarbeiter merken, dass was
in Bewegung kommt. Und es gibt auch Mitarbeiter, die damit Ängste verbinden."
Zum Beispiel die Angst der Belegschaft in Salzgitter-Bad, dass sie in Lebenstedt
nichts mehr zu melden haben. Arndt: "Tatsächlich ziehen doch beide um - auch die
Lebenstedter."
Die Klinik-Leitung versuchte mit
so genannten Drei-plus-Drei-Gesprächen den Vorbehalten und Ängsten der
Belegschaft zu begegnen: Geschäftsführung, Betriebsrat und Pflegedienst haben
sich mit jeweils drei Mitarbeitern beider Standorte getroffen und mit ihnen über
Erwartungen und konkrete Fragen zur zukünftigen Klinik gesprochen. "Daraus ist
auch ein Mitarbeitertraining entstanden", sagt Lasserre.
Bild: Uwe Flicke verlegt PVC im Klinik-Neubau. Foto: Comes
Die Zusammenlegung der beiden Klinikmannschaften beginnt offiziell am
Donnerstag: Dann sollen die Mitarbeiter der Notaufnahmen, der Ambulanzen, der
Patientenaufnahmen und der Information geschult werden. Schließlich sollen zum
Beispiel die vier vorhandenen Notaufnahmen zu einer Zentrale zusammenwachsen.
Im neuen Klinikum wird es weniger Beschäftigte geben als heute in beiden
Häusern. Wer gehen muss, soll jedoch möglichst in einem anderen Krankenhaus der
Rhön AG ein Angebot erhalten, sagt Lasserre. "Das", sagt Arndt, "ist eine große
Chance für jeden Mitarbeiter."
CHRONIK
24. September 2003: Rat entscheidet, Klinikum Salzgitter-Bad
aufzugeben.
Januar 2005: Rhön-Klinikum AG übernimmt städtisches Klinikum zu
94,9Prozent, Stadt behält 5,1Prozent.
Januar 2007: Land bewilligt 19 Millionen Euro für Umbau und Erweiterung
zu einhäusigem Krankenhaus.
Mai 2008: Erster Spatenstich für den Neubau.
6. November 2010: Umzugstag für die Patienten des Klinikums, restlicher
Umzug beginnt eine Woche früher und dauert zwei Wochen. hei
FAKTEN
Neubau des Klinikums Salzgitter
360-Betten-Haus mit Facharztzentrum südlich des vorhandenen Krankenhauses in
Lebenstedt.
Altbau in Lebenstedt, zum Teil älter als 50 Jahre, wird weitgehend
abgerissen. Bettenhaus bleibt stehen. Dort ziehen Verwaltung, Labor,
Pflegeschule und Facharztzentrum ein.
Klinikum Salzgitter-Bad wird weiter genutzt für Gesundheitscampus mit
Arztpraxen und Hospiz.
Investitionen: 54Millionen Euro in Lebenstedt, 5Millionen in Bad. hei
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