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Salzgitter Zeitung - 09.04.2010 - Horst Körner

Schnelle Behandlung bei Hirninfarkt

St. Elisabeth-Krankenhaus eröffnet Schlaganfall-Station mit ganzheitlichem Konzept

SALZGITTER-BAD. Der Schlaganfall ist in Deutschland die dritthäufigste Todesursache und die häufigste für Behinderungen im Erwachsenenalter. Bei der Behandlung kommt es auf jede Minute an.

Das St. Elisabeth-Krankenhaus in Salzgitter-Bad hat deshalb eine "Stroke Unit" eingerichtet. Entsprechend dem angelsächsischen Konzept sind Stroke Units kleine Spezialstationen für die ausschließliche Behandlung von Schlaganfallpatienten durch ein spezialisiertes Team. Das Behandlungskonzept umfasst die akute Behandlung und frühe Rehabilitation.

Die Frage, ob ein Hirninfarkt (ischämischer Schlaganfall) oder eine Gehirnblutung die Ursache der Symptome sind, wird auf einer solchen Station schnell beantwortet. Möglich wird dies durch eine unmittelbare neurologische Expertise und, wie bei einem Hirninfarkt nötig, die sofortige Thrombolyse Behandlung, die nur in den ersten drei Stunden nach einem Schlaganfall angewendet werden kann.

Frührehabilitation und die Behandlung neurologischer Ausfälle folgen der Therapie. Voraussetzung ist die elektronische Datenvernetzung der Station in Bad mit dem telemedizinischen Portal "Meytec" in Brandenburg und der neurologischen Abteilung des St. Bernward-Krankenhauses in Hildesheim oder der Asklepius-Klinik in Seesen.

Jetzt informierten Dr. Ulrich Billenkamp, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Inneren, sowie Geschäftsführer Hermann Ahting über die Stroke-Unit-Station. Da zur schnellen Diagnose auch die schnelle Rettung gehört, waren auch Feuerwehr-Fachdienstleiter Torsten Preuß und Lehrrettungsassistent Artur Lipowski dabei.

Billenkamp stellte Dr. Ignatius Acuma-Che als verantwortlichen Arzt vor. Der erläuterte den Rettungsablauf: Bei Verdacht auf Schlaganfall unterrichtet der Notarzt unmittelbar das Krankenhaus. Der Patient wird von den Rettungskräften direkt zur Untersuchung zum Computertomograph (CT) gebracht.

Bild: Professor Frithjof Tergau und Dr. Srefan Henning (Bildschirm) im Gespräch mit (von links) Hermann Ahting, Schwester Oberin Christiana, Dr. Ulrich Billenkamp, Dr. Ignatius Acuma-Che, Torsten Preuß und Artur Lipowski.

Die Bilder aus dem CT gehen zum Meytec-Server in Brandenburg, auf den der behandelnde Neurologe unmittelbaren Zugriff hat. Der muss und kann nun Unterscheiden, ob es sich um eine Minderdurchblutung oder eine Blutung handelt. Zur endgültigen Beurteilung schaltet er sich mit einem Telediagnosegerät mit fernsteuerbarer Kamera direkt zum Patienten ins Behandlungszimmer. Mit der Kamera kann er sogar die Pupillen des Patienten genau erkennen und untersuchen.

Gemeinsam mit dem Arzt vor Ort legt der Neurologe nun das Therapiekonzept fest. Handelt es sich um ein Blutgerinnsel im Gehirn, so kann die "Lysetherapie" ohne zeitliche Verzögerung beginnen. Ist es eine Blutung, dann ist der Transport in die Fachklinik notwendig. Der Vorteil: Notarzt und Rettungsfahrzeug bleiben bis zur Entscheidung am Ort. Der Transport erfolgt dann mit Begleitung durch einen Arzt.
 

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